Sanitätseinheiten in der westlichen Allianz führend
Bundeswehreinsatz im Afghanistankrieg "sehr begrenzt"

Der Bundeswehreinsatz im Afghanistankrieg wird nach Aussage von Offizieren "sehr begrenzt" sein. Es gehe hauptsächlich darum, dass Deutschland, wie von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) ständig beteuert wird, "seine uneingeschränkte Solidarität mit dem amerikanischen Verbündeten zeigt", sagten sie am Dienstag in Berlin

ddp BERLIN. "Mehr können wir auch nicht. Unsere Kapazitäten sind auf dem Balkan eingesetzt. Wegen der schon lang anhaltenden Unterfinanzierung der Bundeswehr sind wir mit unserem militärischen Latein am Ende", betonten die Militärexperten.

Am Rande der Asienreise Schröders verlautete, der Zeitpunkt und das Ausmaß eines deutschen Militäreinsatzes werde nach der Rückkehr des Kanzlers nach Berlin festgelegt. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums sagte, die USA hätten immer noch keine konkreten Anforderungen an die Bundeswehr gestellt. "So lange besteht auch kein Handlungsbedarf", fügte er hinzu.

Deutsche Hilfe im logistischen und sanitären Bereich

Die deutsche Unterstützung für die US-Kampftruppen wird wohl hauptsächlich im logistischen und sanitätsdienstlichen Bereich liegen. Verteidigungsminister Rudolf Scharping (SPD) hatte darauf hingewiesen, dass die Sanitätseinheiten der Bundeswehr in der westlichen Allianz "führend sind". Diese Soldaten werden nach Meinung der Offiziere in dem Augenblick "von größter Bedeutung" sein, wenn Amerikaner und Briten massiv mit Bodentruppen gegen die Taliban in Afghanistan vorgehen. Diese Einsätze zeichnen sich schon klar ab. Bei der Logistik fängt es jedoch bereits zu hapern an. Die Transportmaschinen vom Typ Transall der Bundeswehr sind total veraltet und haben einen relativ kleinen Aktionsradius. Sie können nicht wie die US-Maschinen von Ramstein aus ins weite Kriegsgebiet nonstop hin- und zurückfliegen.

Als Hilfsunterstützung sind Awacs-Aufklärungsmaschinen der NATO auch mit deutschen Besatzungsmitgliedern in die USA verlegt worden, um ihre Kameraden zu ersetzen, die nach Afghanistan abkommandiert wurden. Zudem sind deutsche Fregatten ins östliche Mittelmeer gefahren, um für US-Kriegsschiffe einzuspringen, die die eigenen Truppen im Krieg gegen die Taliban unterstützen. Außerdem sollen U-Boote der deutschen Marine ebenfalls im östlichen Mittelmeer kreuzen, damit U-Boote der US-Marine abgezogen werden können.

"Fuchs"-Spürpanzer als Bonbon

Als "Bonbons" könnte die Bundeswehr nur den Spürpanzer "Fuchs" und die Drohne CL 289 zur Verfügung stellen. Der "Fuchs" als einzigartiges rollendes Labor kann in Sekundenschnelle atomare, biologische und chemische Kampfstoffe aufspüren. Die Drohne hat sich auf dem Balkan bewährt. Sie kann auch über weite Distanzen gestochen scharfe Bilder an Bodenstationen liefern, wenn witterungsbedingt oder bei schlechter Sicht Aufklärungsflugzeuge und Satelliten nicht imstande sind, befriedigende Ergebnisse bereitzustellen. Als einziges modernes Kampfflugzeug verfügt die Luftwaffe über den "Tornado". Da "haben aber die US-Streitkräfte auch besseres", meinten die Offiziere.

Die westlichen Geheimdienste, die schon für die nächsten Tage neue Terroranschläge der islamistischen Terroristen in den Vereinigten Staaten befürchten, sind sich darin einig: "Wenn die Bundeswehr in das Kriegsgeschehen in Afghanistan in irgendeiner Weis einbezogen wird, dürfte es für die Bundesrepublik gefährlich werden". Es werden nämlich im Bundesgebiet "noch eine Menge von islamistischen Schläfern" vermutet, die dann auf ein Codewort des Top-Terroristen Osama Bin Laden Anschläge auf herausragende Gebäude oder Einrichtungen in Deutschland verüben könnten. Auch wird ein Übergreifen der Milzbrand-Attacken von den USA nach Deutschland befürchtet. "Die Situation ist eben sehr gefährlich und wir wissen immer noch nicht, wie wir richtig darauf reagieren sollen", unterstrich ein deutscher Geheimdienstmann.

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