Sanktionen
Äußerungen waren "unüberlegt und ungeschickt"

Das Kooperationsangebot des deutschen Telefonanbieters Mobilcom an die Swisscon-Tochter Debitel weckt bei Ralf Hallmann, Telekom-Analyst der Bankgesellschaft Berlin, großes Unverständnis. Äußerungen während der Bieterphase seien äußerst unüberlegt und sollten nach Auffassung von Hallmann öffentlich nicht passieren.

DÜSSELDORF. Die Regulierungs- behörde sei angehalten, einen Regelverstoß zu prüfen. "Aber neben einer Ermahnung, in Interviews zurückhaltender zu sein, dürfte es keine großartigen Konsequenzen für die Bieter nach sich ziehen", sagte Hallmann. Dann müssten einschneidende Sanktionen für die Auktion ergriffen werden. Und das sei nicht im Interesse des Regulierers. Überlegungen zu Kooperationen habe es im Vorfeld der Auktion zuhauf gegeben. Äußerungen während der Bieterphase seien äußerst unüberlegt und sollten nach Auffassung von Hallmann öffentlich nicht passieren. Auch Frank Hubet, Analyst bei der DG Bank, hält das Kooperationsangebot während der laufenden Versteigerung für "ungeschickt". Eine Beeinflussung des Versteigerungsverlaufes sehe er jedoch nicht.

Die Versteigerung sei weiterhin von taktischem Abwarten geprägt, sagte Hubert von der DG Bank. Neben den vier Großen Bietern, Telekom, Mannesmann,Viag Interkom und dem e-plus Dachkonzern KPN, rechne die DG Bank damit, dass die Mobilcom Lizenzen ersteigern werde.

Hallmann kommentierte das hohe Gebot von Mobilcom in der frühen Auktionsphase als "klares und aggressives Zeichen an die anderen Bieter" und bestätigte die Einschätzung der Bankgesellschaft Berlin, dass es für Debitel und das 3G-Konsortium wahrscheinlich zu einem frühzeitigen Ausscheiden kommen werde.

Die wirtschaftlich sinnvolle Obergrenze für die Ersteigerung einzelner Frequenzblöcke liegt nach Einschätzung der DG Bank bei 8 bis 12 Mrd. DM. Ein Preis den nur finanzkräftige Bieter zahlen könnten, sagte Hubert. Die Swisscom mit ihrer Tochter Debitel werde bei einem bestimmten Preis aussteigen, da das Mutterunternehmen nicht über genügend Kapital verfüge.

Bankgesellschaft. "Was soll Debitel mit seinem Kundenstamm ohne UMTS-Frequenzen anfangen?", fragt Hubert. So werde Debitel, in jeden Fall versuchen zu einem "Virtuellen UMTS-Anbieter" zu werden, der für die Nutzung der UMTS-Frequenzen an den eigendlichen Netzbetreiber Gebühren bezahlen werde.

Das Ziel, virtueller Anbieter zu werden, gelte auch für alle anderen Bieter, die bei der Versteigerung leer ausgingen. Nur wer mit einem großen Kundenstamm in die UMTS-Technologie starte, könne zum Massenanbieter werden. Und nur wer Massenanbieter sei, könne niedrige Preise anbieten, sagte Hubert. So sei die Partnerschaft zwischen den späteren UMTS-Netzbetreibern und "virtuellen Anbietern" in beiderseitigem Interesse. Der Markt werde sich über Übernahmen und Kooperationen organisieren.

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