SAP-Aktie im Minus
Allianz-Aktie profitert vom neuen Dresdner-Chef

Hoffnungen auf ein schnelles Ende im möglicherweise kurz bevorstehenden Irak-Krieg haben Händlern zufolge dem Deutschen Aktienindex (Dax) am Mittwoch weiter Auftrieb gegeben.

Reuters FRANKFURT. Der Dax schloss 1,18 Prozent höher bei 2615 Punkten. In den vergangenen fünf Handelstagen hat der Index damit knapp 19 Prozent zugelegt und sich um über 400 Punkte von seinem zuvor markierten Siebeneinhalb-Jahrestief entfernt. In den USA notierte der Standardwerteindex Dow Jones bei Börsenschluss in Frankfurt kaum verändert bei 8192 Zählern, der technologielastige Nasdaq-Index büßte rund ein Prozent auf 1386 Punkte ein.

"Viele gehen von einem kurzen Krieg ohne große Verluste für die USA aus", sagte Marktanalyst Christian Schmidt von der Helaba. Wenn es allerdings zu Abweichungen von diesem Szenario komme, etwa durch Anschläge oder brennende Ölfelder, könnten auch wieder die Tiefstände in Reichweite kommen.

Am Donnerstag um 2.15 Uhr (MEZ) läuft das Ultimatum von US-Präsident George W. Bush an Iraks Staatschef Saddam Hussein aus, das Land zu verlassen und dadurch noch einen US-Angriff zu verhindern. Bislang hat Saddam einen Gang ins Exil abgelehnt.

BMW und Allianz gefragt

Kursgewinne von rund fünf Prozent auf 26,30 Euro verbuchten die BMW-Aktien. Der Autobauer will trotz Irak-Krise und Wirtschaftsflaute 2003 beim Ergebnis das Rekordniveau des Vorjahres halten. Der Ausblick sei im momentanen Marktumfeld sehr positiv zu werten, sagte Analyst Michael Raab von Sal. Oppenheim.

Zu den Gewinnern im Dax zählten auch die Papiere des Allfinanzkonzerns Allianz. Die Titel legten rund 1,3 Prozent auf 64,80 Euro zu, nachdem der Dresdner-Bank-Chef Bernd Fahrholz auf der Allianz-Aufsichtsratssitzung durch den ehemaligen Privatkundenvorstand der Deutschen Bank, Herbert Walter, ersetzt worden war. "Das ist die Hoffnung darauf, dass ein neuer Mann gute Dinge bei der Dresdner Bank machen kann", erklärte ein Händler den Kursgewinn. Am Donnerstag wird die Allianz zudem Geschäftszahlen für 2002 veröffentlichen. Bereits am Mittwochabend hatte Reuters aus Kreisen erfahren, dass der Konzern für 2002 einen Fehlbetrag von 1,167 Milliarden Euro ausweisen werde. Von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt sogar mit einem Verlust von 1,391 Milliarden Euro gerechnet.

Die Altana-Aktien legten rund vier Prozent auf 42,10 Euro zu, nachdem der Pharma- und Spezialchemiekonzern für dieses Jahr ein kräftiges Umsatz- und Ergebniswachstum angekündigt hat.

Gewinne bei Bayer - SAP-Aktie im Minus

Die Kursverluste der Aktien des Chemie- und Pharmakonzerns Bayer von rund sechs Prozent auf 13,44 Euro erklärten Händler mit Gewinnmitnahmen. Nach dem Freispruch im ersten Schadenersatzprozess in den USA um das zurückgerufene Medikament Lipobay hatte die Bayer-Aktie am Dienstag fast 40 Prozent gewonnen.

Im Minus schlossen auch die Scheine des Softwareherstellers SAP, die sich um 4,65 Prozent auf 75,80 Euro verbilligten. Händler begründeten dies mit mit den rückläufigen Lizenzumsätzen des US-Konkurrenten Oracle.

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