SAP-Aktie mit Abschlägen
Dax legt Verschnaufpause ein

Teilweise erholt präsentierten sich die deutschen Börsen am Freitagmittag nach ihrem Absturz am Vortag und nach dem Durchbrechen wichtiger Chartmarken an der Wall Street.

ddp.vwd FRANKFURT. Der Deutsche Aktienindex (Dax) notierte gegen 14 Uhr mit plus 0,12 Prozent bei 5176 Punkten.



Händler sprachen allerdings nur von einer Verschnaufpause. Viel hänge nun von der Veröffentlichung der US-Auftragseingänge gegen 16 Uhr und des Einkaufsmanager-Indexes ab.

Der Euro erholte sich nach seinem Schwächeanfall vom Vortag als Folge der zurückgenommenen Konjunkturprognose durch die Europäische Zentralbank (EZB) wieder. Der Wechselkurs lag am Morgen im internationalen Devisenhandel bei 0,9171 US-Dollar und damit deutlich über dem jüngsten Referenzkurs von Donnerstagmittag, den die EZB bei 0,9095 US-Dollar festgestellt hatte.

Im Dax gewannen Schering 2,2 Prozent auf 57,14 Euro. Preussag legten nach der Bekanntgabe des Deutag-Verkaufs um 1,7 Prozent auf 35,08 Euro zu.

Auf der Verliererliste ganz oben rangierten SAP mit einer Abgabe von 2,5 Prozent auf 144,81 Euro. Es folgten Hypo-Vereinsbank, die sich um 1,7 Prozent auf 44,70 Euro verbilligten.

Die T-Aktie legte um 0,48 Prozent auf 16,86 Euro zu. JP Morgan hat den gesamten Telekom-Sektor abgesehen von der Deutschen Telekom heruntergestuft, sagte Knut Hochwald, Händler bei der Hamburger Sparkasse.

Das hat nach seiner Ansicht "politische Gründe": Seit dem Ärger der Telekom mit der Deutschen Bank versuchten andere Banken, bei den nächsten Emissionen größere Anteile abzubekommen. Schließlich hatte die Telefongesellschaft angekündigt, dass sie weniger eng mit der Deutschen Bank zusammenarbeiten wolle. Außerdem habe Morgan Stanley Vodafone und Orange herabgestuft - aber eben auch nicht das deutsche Pendant, obwohl es von der britischen Vodafone bis zur Telekom nicht weit sei.

Bayer legten um 0,5 Prozent auf 35,73 Euro zu. Die Übernahme der Agrarchemiesparte von Aventis durch den Leverkusener Chemiekonzern steht angeblich unmittelbar bevor. Bayer werde den Abschluss der Übernahmeverhandlungen spätestens Mitte September bekannt geben, berichtet die Online-Ausgabe der "Financial Times Deutschland" am Freitag ohne Quellenangabe.

Hochwald erklärte, dass die Kursausschläge und Nachrichten heute kaum jemanden interessiert haben. Alle hätten Angst vor den Aussagen, die die Unternehmen zum Verlauf des dritten Quartals abgeben werden. Am Markt spreche man bereits von einer "Profit Warning Season". Die Gewinnwarnungen von Sun Micro, AMD und Corning seien da wohl erst der Anfang gewesen. Zum Beispiel gebe es Gerüchte, dass der Handy-Hersteller Nokia ebenfalls mit einer Quartalswarnung aufwarten werde, erklärte Hochwald.

Die Hoffnungen auf ein Wirtschaftswachstum seien nun "auf Mitte nächsten Jahres verschoben" worden - spätestens seit der Rede von EZB-Chef Wim Duisenberg am Donnerstag.

Für den Rest des Tages malte Hochwald ein düsteres Bild: Wenn der US-Einkaufsmanager-Index nicht "sehr, sehr positiv" ausfallen sollte, werde es "weiter runter" gehen. Er befürchtet einen regelrechten Ausverkauf, denn die Märkte seien "sowohl technisch als auch emotional angeschlagen."

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