SAP-Aktien unter Druck
Dax fällt unter die Marke von 5 000 Punkten

Ein Kurssturz der SAP-Aktie sowie die Furcht vor einem möglicherweise bevorstehenden negativen Geschäftsausblick des US-Chipherstellers Intel haben Händlern zufolge am Donnerstag die deutschen Aktienmärkte auf neue Tiefstände gedrückt.

Reuters FRANKFURT. Der Deutsche Aktienindex fiel erstmals seit August 1999 unter die Marke von 5 000 Punkten, am Neuen Markt sank der Auswahlindex Nemax 50 erneut auf ein Rekordtief. "Wir sind zur Normalität zurückgekehrt - und Normalität heißt abwärts", sagte ein Händler mit Blick auf die anhaltenden Kursverluste der deutschen Aktien. Seit Montag haben Dax und Nemax 50 je mehr als vier Prozent verloren.

Im Mittelpunkt stand die SAP-Aktie, die unter anderem im Sog einer Gewinnwarnung eines US-Konkurrenten um fast acht Prozent abgab.Der Dax notierte gegen Mittag 1,8 % tiefer bei 4 957 Punkten, am Neuen Markt fiel der Nemax 50-Index um 1,55 % auf 972 Zähler.

Ludwig Gutmann, charttechnischer Analyst bei der Bayerischen Landesbank, sagte zur Talfahrt des Dax: "Wir haben die tiefsten Kurse noch nicht gesehen." Ob der Dax auf 4 500 Punkte oder noch darunter falle, könne man nicht sagen. Erst nachdem sich absoluter Pessimismus am Markt breit gemacht habe, könne es zu einer Besserung kommen. "So weit sind wir aber noch nicht", sagte Gutmann.

Die Titel von SAP fielen bis zum Mittag um fast acht Prozent auf 128,16 ?, was Analysten auf eine revidierte Gewinnprognose des US-Konkurrenten Manugistics vom Vorabend zurückführten. Zudem gebe es weiterhin Spekulationen im Markt, wonach SAP seine Gewinnerwartungen nach unten korrigieren könne. SAP-Vorstandssprecher Hasso Plattner hatte demgegenüber bereits am Dienstag gesagt, der Konzern halte an seiner Prognose fest.

Im Sog der allgemein schlechten Stimmung gaben auch die übrigen Technologiewerte im Dax nach. Die Titel von Infineon, Epcos und Siemens fielen bis zu 4,2 %.

Auf der Gewinnerseite im Index standen dagegen die Aktien der Telekom mit einem Plus von rund einem Prozent auf 16 ?. Händler sagten, es handele sich bei der Bewegung um eine technische Erholung, nachdem der Wert in den Vortagen unter die Marke von 16 ? gefallen war.

Spekulation auf fallende Kurse

Zudem schlössen einige institutionelle Investoren ihre Short-Positionen, was ebenfalls für Kursauftrieb sorge. Beim so genannten "Short-Selling" spekulieren Marktteilnehmer auf fallende Kurse. Sie verkaufen kurzfristig geliehene Aktien in der Hoffnung, sie später zu einem günstigeren Kurs kaufen ("Short-Positionen schließen") und zurückgeben zu können und so Gewinn zu machen.

Am Abend (MESZ) will der weltgrößte Chip-Hersteller Intel nach US-Börsenschluss den bisherigen Verlauf des dritten Quartals kommentieren und einen Ausblick geben. "Das wird den Markt bewegen. Intel steht stellvertretend für die weltweite Chip-Branche", sagte ein Händler. Am Morgen hatten die deutschen Aktienwerte noch freundlich eröffnet, was Händler auf die bekräftigte Umsatz- und Ergebnisprognose des weltweit größten Software-Herstellers Microsoft zurückgeführt hatten.

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