SAP drückt zusätzlich auf die Stimmung
Neuer Markt im Fokus

Die Aktienwerte am Neuen Markt haben am Mittwoch aufgrund der schwachen Nasdaq-Vorgaben Verluste verzeichnet. Im Mittelpunkt standen erneut EM.TV, die deutlich nachgaben.

Reuters FRANKFURT. Die Aktienwerte am Frankfurter Neuen Markt haben am Mittwochmittag aufgrund der schwachen Nasdaq-Vorgaben Verluste verzeichnet. Mit deutlichem Kursrückgang trübte die im Blue-Chip-Index Dax notierte SAP AG nach Händlerangaben zusätzlich die Stimmung bei den Wachstumswerten. Im Mittelpunkt des Interesses am Neuen Markt standen erneut EM.TV, die deutlich nachgaben. Der Neuen Markt verlor über 3 %, während der Deutsche Aktienindex Dax knapp 1 % nachgab. Technisch orientierte Analysten waren sich über den Ausblick bis Ende des Jahres nicht einig.

Der alle Werte umfassende Nemax-All-Share-Index büßte bis zum Mittag rund 3 % auf 3 130 Punkte ein, während der Deutsche Aktienindex (Dax) 0,89 % auf 6 566,50 Punkte nachgab. Die US-Technologiebörse hatte am Dienstag als Reaktion auf enttäuschende Konjunkturzahlen 5,05 % auf 2734,98 Punkte eingebüßt.

EM.TV gaben bei hohen Umsätzen um über 6 % rund 19,70 Euro nach. Udo Becker vom Bankhaus Merck Finck sagte, bei diesem Titel seien sowohl private als auch institutionelle Anleger aktiv. Der Nemax-50 der wichtigsten Werte am Neuen Markt, zu dem auch EM.TV gehört, fiel um rund 3,1 % auf 3 282 Zähler.

Absturz auf 2 400 Punkte möglich

Reza Montasser, Leiter technischen Analyse beim Bankhaus Reuschel rechnet für den Standardwerte-Index mit einem erneuten Test der Marke von 3 000 Punkten. Danach sollte ein Boden gefunden sein, sagte er. Ein Aufstieg in Richtung 4 000 Punkte mit einer Trendwende sei dann möglich. Michael Riesner von der DG Bank prognostiziert aufgrund der Situation an der Nasdaq nach einer kurzen Erholung Ende Dezember ein Abfallen des Indexes auf 2 400 Punkte.

Doppelboden könnte Vertrauen geben

Aus technischer Sicht seien die 3 000 Punkte im Nemax-50 eine wichtige Marke, sagte Montasser. Nachdem der Chart von diesem Punkt vor einigen Tagen abgeprallt sei, erwarte er nun einen weiteren Test mit einer Bestätigung dieses Niveaus. Der dann ausgebildete "Doppelboden" sollte dem Markt dann ausreichend Vertrauen geben, um in Richtung 4 000 Punkte zu steigen. Erst wenn die Marke bei 4 000 Stellen überwunden sei, werde im Nemax-50 eine Trendwende eingeläutet. Es wäre zu begrüßen, sagte Montasser, wenn sich die Bewegung hin zu den 4 000 Zählern bis in den Januar hinzöge. Ein kurze, schnelle Erholung, die nur von der Eindeckung von Leerverkäufen lebe, wäre für die weitere Entwicklung aus seiner Sicht ungesund.

Nasdaq zum Jahresende bei 2 500 Zählern

Riesner erwartet aufgrund der technisch schwachen Situation an der Nasdaq bis Jahresende einen Nemax-50 bei 2 400 Zählern. Es habe immer noch keinen Ausverkauf an der US-Technologiebörse gegeben, sagte Riesner. Die Marktteilnehmer hätten jahrelang bei fallenden Kursen gekauft und seien dafür belohnt worden. Sie hätten aber noch nicht begriffen, dass dies nicht mehr funktioniere. Vor allem die institutionellen Anleger besäßen im unerschütterlichen Glauben an die Technologiewerte noch große Positionen. Aus technischer Sicht werde es an der Nasdaq keine dauerhafte Erholung geben. Daher rechne er bis Ende Dezember im Nasdaq mit einem Stand von 2 500, eventuell auch von 2 000 Stellen. Da der Neue Markt zuletzt von der Entwicklung des US-Index abhängig gewesen sei, bleibe er für den deutschen Markt pessimistisch gestimmt.

Kurzfristig erwartet Riesner beim Nemax-50 eine Erholung mit Potenzial bis 4 000 Punkten, wenn es auch bei den US-Wachstumswerten zu einer kurzfristigen Gegenreaktion nach den Kursverlusten der vergangenen Tage komme. Im Dezember werde der Neue Markt dann aber wieder in Bedrängnis geraten.

Montasser sieht zwar auch einige Gefahr für den Nemax-50 von der Nasdaq ausgehen, erwartet von der US-Börse aber nicht unbedingt einen heftigen Ausverkauf. Nach einer Bodenbildung in Frankfurt sei er sehr optimistisch eingestellt; bis Jahresende seien dann 3 900 Zählern für den Nemax-50 drin, sagte er. Sollte das Niveau bei 3 000 Stellen aber nicht halten, sei der Weg frei bis 2 700 Stellen, sagte Montasser. Dies halte er aber für wenig wahrscheinlich.

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