SAP im Minus
Dax im Sog der US-Börsen schwächer

Der Deutsche Aktienindex (Dax) hat sich am Mittwoch im Sog nachgebender US-Börsen und unter Führung der SAP - und Infineon-Aktien deutlich schwächer präsentiert.

HB/rtr Frankfurt. Händler sagten, nach wie vor laste der hohe Ölpreis und die anhaltende Gewalt im Nahen Osten auf den Märkten. Auch bessere sich die Situation bei den Unternehmensgewinnen nicht. "Nach den sehr guten Konjunkturdaten der letzten Zeit haben alle gedacht, die Unternehmensdaten würden sich ähnlich gut entwickeln. Das passiert aber nicht", sagte Analyst Helmut Bartsch von der Baden Bank. -Württembergischen "Jetzt ist der Markt von diesem Nicht-Gleichklang enttäuscht", fügte er hinzu.

Der Dax schloss 0,55 Prozent schwächer bei 5281 Punkten. Am Neuen Markt verlor der Auswahlindex Nemax50 2,7 Prozent auf 974 Punkte. Der Nebenwerte-Index MDax verringerte sich um 0,5 Prozent auf 4429 Zähler. An den Aktienmärkten in New York gaben die Kurse den dritten Tag in Folge nach. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte verzeichnete bei Börsenschluss in Frankfurt ein Minus von 0,7 Prozent auf 10.243 Zähler, die Technologiebörse Nasdaq gab um 0,9 Prozent auf 1788 Stellen nach.

Der am Nachmittag (MESZ) bekannt gegebene Einkaufsmanagerindex aus den USA fiel Marktteilnehmern zufolge im Rahmen der Erwartungen aus. Der US-Service-Index des ISM-Instituts war im März auf 57,3 von zuvor 58,7 Punkten im Februar gesunken. Von der Agentur Reuters befragte Analysten hatten einen Rückgang des Indexes im März auf 57 Punkte erwartet. Der Einkaufsmanagerindex sei an den Börsen viel beachtet, da er einen zukunftsweisenden Charakter habe, sagte Alfred Kaiser, Analyst beim Bankhaus Nols. "Da er aber etwas schwächer als im Februar ausgefallen ist, sieht es so aus, als ob das hohe Kursniveau vom März der konjunkturellen Entwicklung zunächst zu sehr vorausgelaufen und nicht gerechtfertigt ist."

Im Mittelpunkt des Dax-Handels standen die Papiere des Softwareherstellers SAP, die um weitere drei Prozent auf 159,59 Euro nachgaben, nachdem sie bereits am Dienstag fünf Prozent verloren hatten. In den USA hatte Commerce One, ein US-Hersteller von Software für den elektronischen Handel, am Vorabend mitgeteilt, im ersten Quartal 2002 mit dem Ergebnis hinter den Analystenerwartungen zurückzubleiben. SAP hält 20 Prozent der Anteile an Commerce One.

Im Sog der SAP-Schwäche gaben auch die übrigen Technologiewerte nach. Siemens fielen um 1,4 Prozent und Epcos-Titel verbilligten sich um 1,5 Prozent. Infineon büßten 5,9 Prozent auf 23,55 Euro ein, was Händler auf eine Herunterstufung der Aktien des US-Konkurrenten Micron durch die Investmentbank Morgan Stanley zurückführten.

An die Spitze der Gewinnerliste setzten sich die Aktien der Commerzbank, die um 2,4 Prozent auf 20,75 Euro zulegten. Positive Aussagen des Commerzbank-Chefs Klaus Peter Müller in einem Interview des Magazins "Focus Money" hatten Händlern zufolge die Nachfrage ausgelöst. Mit Blick auf die im Jahr 2001 defizitären Sparte Investmentbanking hatte Müller in dem am Mittwoch vorab veröffentlichten Interview gesagt: "In diesem Jahr schreiben wir wieder schwarze Zahlen".

Nachdem die Aktien der deutschen Auto-Hersteller zunächst uneinheitlich auf die jüngsten Absatzzahlen in den USA reagiert hatten, notierten sie im späten Verlauf insgesamt schwächer. Die Papiere von BMW gaben um 0,5 Prozent nach, DaimlerChrysler und Porsche verbilligten sich um bis zu ein Prozent, Volkswagen verloren 2,4 Prozent. "Bei Porsche würde ich vorsichtig sein", sagte Auto-Analyst Jürgen Pieper vom Bankhaus Metzler. Das Modell Boxster laufe nicht sehr gut. Außerdem sei die Bewertung sehr hoch. "BMW würde ich auch nicht mehr zukaufen. Es besteht trotz der guten US-Absatzzahlen ein gewisses Enttäuschungspotenzial für das erste Quartal", fügte der Analyst hinzu.

Die Titel der im Smax gelisteten Herlitz AG brachen zeitweise um rund die Hälfte auf 0,71 Euro ein, nachdem der Berliner Schreibwarenhersteller am Dienstag nach Börsenschluss die Beantragung eines Insolvenzverfahrens bekannt gegeben hatte.

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