SAP könnte von Oracle-Prognose profitieren
Lufthansa droht weitere Talfahrt

Die Aktien an der Frankfurter Börse starten den Handel am Dienstag mit uneinheitlichen Vorgaben. Während die US-Aktienmärkte am Montag massiv verloren, beendete die Tokioter Börse den Handel sehr fest. Der Nikkei-Index für 225 führende Werte stieg um 1,9 % auf 9 679,88 Punkte.

dpa-afx FRANKFURT. Trotz Leitzinssenkungen auf beiden Seiten des Atlantik hatten die US-Börsen dagegen ihre Talfahrt bis Handelsschluss beschleunigt: Der Dow-Jones-Index fiel um fast 700 Punkte auf den niedrigsten Stand seit annähernd drei Jahren. Der Index der 30 Standardwerte verlor 7,12 % und schloss mit 8 921,18 Punkten. Der Nasdaq Composite verlor 6,83 % auf 1 579,61 Zähler.

Die deutschen Standardwerte hatten am Montagabend nach den Zinssenkungen der US-Notenbank Fed und der Europäischen Zentralbank fester geschlossen. Der Leitindex Dax stieg um 2,88 % auf 4 234,55 Zähler. Am Morgen war das Börsenbarometer noch unter die 4 000-Punkte-Marke gefallen. Am Neuen Markt gewann der Nemax 50 0,86 % auf 831,61 Zähler. Auch hier stand der Index lange Zeit im Minus. Der MDax der 70 mittelgroßen Werte gab 0,56 % auf 3 943,53 Stellen ab.

Inzwischen häufen sich die Hiobsbotschaften bei den Fluggesellschaften: KLM Royal Dutch Airlines NV erwartet wegen den Anschlägen in den USA einen Gesamtjahresverlust. Auch die angeschlagene belgische Fluggesellschaft Sabena hat Alarm geschlagen. Ohne unverzügliche Umsetzung des Restrukturierungsplans werde die Gesellschaft nicht mehr überleben, teilte die Unternehmensführung am Montagabend mit. Darüber hinaus will die Fluggesellschaft US Airways Group Inc nach der Terrorserie der vergangenen Woche 11 000 Stellen streichen. Solche Meldungen könnten erneut Druck auf Lufthansa ausüben.

Im Fokus könnten auch Bankenwerte stehen. Nach Informationen der Tageszeitung "Die Welt" (Dienstagsausgabe) steht in den Frankfurter Großbanken ein massiver Stellenabbau bevor, der weit über die bisherigen Pläne hinausgeht. Bei der Dresdner Bank sollen nach der Übernahme durch die Allianz zusätzlich 1 300 Arbeitsplätze bis Ende 2003 gestrichen werden. Ein Sprecher der Bank wollte dies am Montagabend nicht kommentieren. Erst nach der Aufsichtsratssitzung am Dienstag werde man Einzelheiten über die Beschlüsse des Kontrollgremiums bekannt geben.

Von der Oracle-Prognose für das zweite Quartal 2001/2002 könnte die Walldorfer Softwarefirma SAP profitieren. Der Kurs der Oracle-Aktie stieg im nachbörslichen Handel deutlich, da die Gewinnerwartung des weltweit zweitgrößten Softwareherstellers den Prognosen der Analysten entsprach.

Erneut unter Druck geraten könnten Preussag . Bereits am Vortag erklärte ein Analyst die Kurseinbußen der Touristik-Aktie mit einem wahrscheinlichen Rückgang der Reisen in die USA. Nun schreibt "Die Welt" (Dienstagsausgabe) unter Berufung auf eine Unternehmenssprecherin, dass jeder vierte Kunde von Dertour, Meier's Weltreisen und ADAC Reisen seine Reisen in die USA storniert oder umgebucht habe.

Von Interesse könnten auch Daimler-Chrysler sein. Die Triebwerkstochter MTU soll laut "Süddeutsche Zeitung" nicht an Fiat Avio verkauft werden.

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