SAP mit hohen Verlusten
"Schwarze Woche" endet mit deutlichen Verlusten

Angst vor einem Konjunktureinbruch und die Gewinnwarnungen namhafter Unternehmen haben die Börse diese Woche erschüttert. Auch heute erschien durch den Hexensabbat kein Silberstreif am Horizont.

dpa FRANKFURT. Die "schwarze Woche" hat für die deutschen Aktien aufgehört wie sie begann: Mit deutlichen Verlusten. Im Wochenverlauf sackte der Deutsche Aktienindex Dax insgesamt um 8,2 Prozent ab. Am Freitag ging das Börsenbarometer mit einem Verlust von 1,47 Prozent auf 5.734,49 Punkte aus dem Handel.

Am so genannten «Hexensabbat» wechselten mehr als 60 Millionen Aktien der Deutschen Telekom den Besitzer. «Das ist das fünf- bis sechsfache der normalen Menge», sagte Analyst Werner Stäblein von der BHF-Bank. Die T-Aktie verlor im allgemeinen Abwärtstrend bis Handelsschluss 2,66 Prozent auf 25,99 Euro.

Hinter dem mysteriös klingenden Namen «Hexensabbat» steckt der dreifache Verfallstag für Terminkontrakte. An diesem Freitag sind an der Eurex, dem Terminmarkt der Deutschen und Schweizer Börse, gleichzeitig der März-Future auf den Deutschen Aktienindex, die März- Optionen auf den Dax und März-Optionen auf Aktien verfallen. Das erkläre auch die überdimensionalen Schwankungen verschiedener Aktien, sagte ein Frankfurter Wertpapierhändler.

Größter Verlierer waren am Freitag SAP-Vorzüge mit einem Minus von 8,46 Prozent auf 129,99 Euro. Am Markt werde befürchtet, dass der Walldorfer Softwarekonzern mit seinem US-Geschäft ähnlich schwache Ergebnisse wie der US-Konkurrent Oracle erzielen werde. Oracle hatte bekannt gegeben, dass die Abkühlung der amerikanischen Konjunktur sich in den vergangenen Monaten mehr auf das Umsatz- und Gewinnwachstum niedergeschlagen habe, als vom Unternehmen bisher erwartet.

Ebenfalls unter Druck gerieten die übrigen Technologiewerte im Dax: Siemens verloren 5,10 Prozent auf 113 Euro, Epcos büßten 2,96 Prozent auf 63,85 Euro ein und Infineon gaben um 1,25 Prozent auf 39,50 Euro nach.

Einziger klarer Gewinner waren Linde

Die Papiere notierten mit einem Plus von 2,41 Prozent auf 51,90 Euro. Analyst Stefan Hentschel vom Düsseldorfer Bankhaus Lampe begründete die Zuwächse mit der angekündigten Verbesserung der Gewinnmargen. Des Spezialgas- und Fördertechnikkonzern hatte für das laufende Jahr im Verhältnis zum Umsatz überproportional wachsende Gewinne prognostiziert.

Ebenfalls zulegen konnten BMW-Aktien, nachdem Goldman Sachs den Titel aufgewertet hatte. Die US-Investmentbank geht davon aus, dass sich der Titel besser als der Gesamtmarkt entwickeln wird. BMW - Papiere stiegen um 0,34 Prozent auf 35,17 Euro.

Die Flucht der Anleger aus Aktien betraf auch die europäischen Börsen. Der EuroStoxx50 fiel um 2,2 Prozent auf 4106 Zähler. Verluste verzeichneten auch die Börsenplätze in London und Paris. Der Rentenmarkt tendierte am Freitag fester. Der Richtung weisende Bund Future stieg um 0,2 Prozent auf 109,83 Zähler, der Rentenindex REX konnte ebenfalls um 0,2 Prozent auf 113,60 Punkte zulegen. Die Umlaufrendite wurde mit 4,66 (Vortag: 4,67) Prozent festgelegt.

Der Euro notierte am frühen Abend bei 0,8957 Dollar und rutschte damit erstmals seit Dezember 1999 unter die 90 Cent-Marke. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs am Freitag auf 0,8947 (Donnerstag: 0,9064) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 2,1860 (2,1578) DM.


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