SAP rechnet mit härterem Wettbewerb im Geschäft mit dem Mittelstand – US-Konzern zahlt 1,3 Mrd. Dollar
Microsoft macht sich in Märkten von SAP breit

Die Microsoft Corp., der weltgrößte Softwarekonzern, übernimmt für rund 1,33 Mrd. $ den dänischen Entwickler von Unternehmenssoftware Navision. Damit will der Konzern aus Redmond/Washington sein Angebot von Softwarelösungen für kleine und mittlere Firmen erweitern.

hst/su/tnt STOCKHOLM. Microsoft wagt sich mit der Übernahme in einen Markt, den auch das deutsche Software-Haus SAP für sich entdeckt hat. Denn SAP, Weltmarktführer bei Unternehmenssoftware, spürt die schlechte Lage seiner traditionellen Klientel, der großen Firmen.

Die Märkte haben auf den Microsoft-Vorstoß bereits reagiert. Die SAP-Aktie hat in den vergangenen Tagen kräftig verloren und zählte auch am Dienstag zu den Tagesverlierern im Dax. Microsoft will die Übernahme aber nicht als Kampfansage an die Deutschen verstanden wissen: "Die Beziehung zu SAP ist uns sehr wichtig", sagt Doug Burgum, Vice President von Microsoft. Seine Zielkunden seien kleine und mittlere Firmen. "Bei den großen Kunden werden wir unverändert mit SAP zusammenarbeiten."

Auch bei SAP sieht man keinen Grund, die Strategie zu ändern. "Wir sind mit unserer Produktpalette gerüstet, ein flächendeckendes Angebot für alle Branchen und jede Größe von Unternehmen anzubieten", sagte ein Konzernsprecher. Aber der Wettbewerb werde natürlich härter werden, fügte er hinzu.

SAP denkt bereits darüber nach, wie Microsoft das Geschäft so schwer wie möglich gemacht werden kann. Ein möglicher Hebel dazu seien die über 2000 Vertriebspartner, die die Navision-Software bei den Kunden installieren und warten. Ihnen könnte SAP eigene Alternativen zu Microsoft und Navision schmackhaft machen.

Analysten wiesen auf die langfristigen Vorteile für Microsoft hin. Mit der Übernahme könne der US-Konzern endlich nennenswerte Marktanteile beim europäischen Mittelstand gewinnen und den entscheidenden Schritt vom Produkt- zum Lösungsanbieter gehen, so die Marktforschungsagentur Giga.

Microsoft bietet für jede Navision-Aktie 300 Kronen (40,35 Euro) in bar oder Aktien - das ist ein Aufschlag auf den Schlusskurs von Montag von 12,4 %. Nach Bekanntwerden der Offerte stieg der Navision-Kurs von 267 auf 295 Kronen.

Das dänische Unternehmen, das mit 1200 Mitarbeitern im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres umgerechnet 51,1 Mill. Euro umsetzte, soll in Microsofts Sparte Business Solutions eingegliedert werden. Die Marke Navision soll laut Burgum wegen ihres guten Rufes vorerst erhalten bleiben. "Langfristig wollen wir aber eine einheitliche Marke Microsoft Business Solutions schaffen", sagte der Manager.

Quelle: Handelsblatt

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