SAP Tagesgewinner
Dax schließt gut behauptet

Gut behauptet sind die Notierungen am deutschen Aktienmarkt am Donnerstag aus dem Handel gegangen. Der Deutsche Aktienindex legte um 0,3 % oder 17,00 Punkte auf 6 181,91 Zähler zu. Damit habe sich der Markt "widerstandsfähiger gegen Gewinnmitnahmen gezeigt als zunächst erwartet", berichteten Händler. Besonders SAP und andere Technologiewerte, sowie Automobil und Chemie waren stark gefragt.

vwd FRANKFURT. Banken neigten dagegen unter hohen Umsätzen zu Umschichtungen und Gewinnmitnahmen, hieß es. Die Anzahl von Gewinnern und Verlierern hielt sich die Waage. Tagesgewinner SAP legten nach Vorlage von "sehr guten" Quartalszahlen am Morgen deutlich zu.

Die Analysten von Morgan Stanley stuften die SAP-Aktie sofort nach Bekanntgabe der Zahlen auf "Outperformer" nach zuvor "Neutral" herauf. Händler rechnen damit, dass andere Häuser in den kommenden Tagen folgen. Besonders US-Adressen hätten den Tag zum Einstieg genutzt, hieß es weiter. Sie seien auch im Vorfeld von "Erwartungen über exzellente Zahlen von Microsoft" am Donnerstagabend aktiv geworden. Die Microsoft-Zahlen werden nach 22 Uhr MESZ erwartet. Unter "riesigen Umsätzen" von knapp einer Milliarde Euro legten SAP um 9,61 % auf 168,80 Euro zu.

Technologiewerte im Aufwind

Eine deutlich verbesserte Stimmung für Technologiewerte habe auch die anderen Technologiewerte getrieben, sagten Händler. Nach zwischenzeitlichen Schwächezeichen erholten sich vor allem Siemens und Epcos. Siemens legten um 0,9 % auf 130,30 Euro zu, Epcos verbesserten sich um 3,5 % auf 76,50 Euro. Mögliche "böse Überraschungen" aus den Quartalszahlen von Nokia und Ericsson am Freitagmorgen scheint der Markt damit auszuschließen. Nur Infineon litten unter der Angst vor einem Preiskampf mit AMD. Der US-Chiphersteller hatte gute Ergebnisse gemeldet und angekündigt, seine Prozessoren zu einem "wettbewerbsfähigen Preis" anzubieten. Infineon verloren daraufhin 2,2 % auf 48,65 Euro.

Die Analysten von Morgan Stanley erwarten für Technologietitel dennoch weiteres Kurspotenzial. Der Bereich "sollte überdurchschnittlich von einer Rally profitieren". Deutsche Telekom gaben um rund 0,7 % nach auf 30,10 Euro. ThyssenKrupp legten nach einer Heraufstufung durch Commerzbank Securities um 1,7 % auf 17,27 Euro zu. Die Aktie werde derzeit "nur auf Grund der schwierigen Lage im Jahr 2001 mit einem Abschlag gehandelt", hieß es zur Erklärung. Das Kursziel für Thyssen wird bei 22 EUR gesehen. Andere Maschinenbau-Werte wie Linde und MAN notierten rund um ihr Vortagsniveau. Die Umsätze seien allerdings "zu vernachlässigen", sagten Händler.

Chemiewerte konnten sich um ein bis zwei Prozent verbessern. Degussa gewannen sogar um 4,6 % auf 33,37 Euro. Der Wert profitiere stark von den Berichten über den Verkauf der Tochter dmc2 an die OM Group, hieß es dazu. Auch die gegenwärtige Prüfung des Verkaufs ihrer Phenolchemie-Tochter durch die EU-Wettbewerbskomission werde "gelassen gesehen". Banken zeigten sich infolge von Gewinnmitnahmen mit gemischten Vorzeichen. Es sei "vorsichtige Zurückhaltung" bei allen europäischen Bankwerten zu beobachten, sagten Händler.

Zwei Gruppen von Marktteilnehmern

Nach dem US-Zinsschritt seien große Umschichtungen zwischen zwei Gruppen von Marktteilnehmern erkennbar: "Die einen kaufen, weil sie auf sichere EZB-Senkungen abzielen - die anderen verkaufen, weil sie glauben, dass das alles noch viel zu lange dauert". Dies sei besonders in Deutscher Bank zu beobachten, hieß es. Deutsche Bank verloren 0,2 % auf 90,59 Euro, Commerzbank legten leicht um 0,5 % auf 31,23 Euro zu. Volkswagen gewannen auf Grund leicht gestiegener Absatzzahlen für das erste Quartal 1,3 % auf 53,70 Euro. Marktteilnehmer sahen hier "eine dankbare Bereitschaft, auch nur leicht verbesserte Zahlen zu honorieren". BMW stiegen ebenfalls um 1,3 % auf 37,40 Euro.

Nicht gefragt waren dagegen die Versorgerwerte. RWE verloren 1,4 % auf 42,95 Euro und E.ON 1,9 % auf 57,10 Euro. Händler erklärten dies mit "den gewöhnlichen Folgen der Umschichtung in Technologie-Titel". E.ON litten zudem unter Marktgerüchten über schlechte Quartalszahlen, die auf einer Bilanz-PK am Freitag bekannt gegeben werden sollten. Händler verwiesen diese Gerüchte ins Reich der Fantasie, da man "wieder einmal eine Tochter mit dem Mutterkonzern verwechselt". Am Freitag finde ausschließlich die Bilanz-PK der "Stromtochter" E.ON Energie statt, während der E.ON-Konzern seine Zahlen dagegen erst am 18. Mai präsentieren werde.

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