SAP und Infineon unter Druck
Dax bleibt in der Verlustzone

Weiterhin sehr schwach notieren die deutschen Aktien am Donnerstagvormittag. Bis gegen 11.00 Uhr verliert der Dax 2,2 % bzw. 102 auf 4 541 Punkte.

vwd FRANKFURT. Angeführt werden die Abgaben von den Verlusten der Technologiewerte. Hier ragen SAP und Infineon mit einem Minus von 15,3 bzw. 5,7 % heraus. SAP hatten vor Börsenbeginn deutlich unter den Erwartungen liegende Quartalszahlen und einen verschlechterten Ausblick für das Gesamtjahr veröffentlicht.

"Das hat viele Kunden verunsichert, da das Unternehmen bisher keine Andeutungen für irgendwelche Probleme gemacht hatte", sagt ein Händler. Somit seien auch große Verkäufe institutioneller Adressen zu beobachten. Allerdings berichten Marktteilnehmern auch von Käufern auf dem niedrigen Kursniveau. Daher halte sich das Minus auch noch relativ in Grenzen, heißt es.

Spekulanten am Werk

Bei Infineon seien einmal mehr Spekulanten am Werk. In den vergangenen Tagen hätten Hedge-Fonds leerverkaufte Aktien zurückgekauft. Diese kursstützende Tendenz sei nun ausgelaufen und es werde wieder teilweise deutlich verkauft, heißt es.

Aber auch die übrigen Technologiewerte stehen unter Druck. Bei Siemens belaste zusätzlich eine deutliche Senkung der Gewinnprognosen durch die Analysten von Morgan Stanley. Negative Aussichten für den Geschäftsverlauf der kommenden Monate durch US-Technologieunternehmen von Mittwochabend drücken die schlechte Stimmung zusätzlich.

Auf der Gewinnerseite stehen dagegen defensive Titel. Viele Anleger würden aus den spekulativeren Technologiwerten jetzt in diese Aktien umschichten, sagen Händler. Davon profitieren am Vormittag besonders adidas-Salomon und Degussa-Huels. Die Aussagen der EZB, wonach weiterhin mit einer Wirtschaftserholung im kommenden Jahr gerechnet werde, können die Stimmung nicht so recht stützen. Vielmehr belasteten aktuell die Aussagen von Finanzminister Hans Eichel, meint ein Boebachter.

Die nach unten revidierte BIP-Prognose und die Ankündigung, dass eine Neuverschuldung nicht mehr ausgeschlossen werde, belasten den Markt zusätzlich, heißt es. In den kommenden zwei bis drei Quartalen wird sich die Börse nun auf eine sehr schlechte Konjunkturlage einstellen müssen. Die jetzt plötzlich mögliche Neuverschuldung des Bundes belege, dass es um die Wirtschaft wirklich schlechter stehe als angenommen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%