SAP und Yahoo kooperieren
Kommentar: Eine glückliche Verbindung

Die Krise bringt sie letztlich alle zusammen. Und das ist gut so. Bislang haben die Giganten SAP und Yahoo getrennt Business-Portale für Unternehmen vor sich hin entwickelt und versucht, sie an die zögerliche Kundschaft zu verkaufen. Unternehmens-Portale sollen das Internet nahtlos und individuell zugeschnitten in den Alltag der Firmen und ihrer Kunden und Lieferanten integrieren. Nachrichten, Planungswerkzeuge, Software, Foren und Marktplätze. Doch das lief bislang eher schlecht als recht.

Yahoo musste einsehen, dass man zwar das Know-how und die Inhalte besitzt, um Web-Portale zu bauen, jedoch fehlte das Verständnis für Unternehmensabläufe und die Einbindung von Web-Portalen in strategische Geschäftsprozesse. Und der Zugang zu Geschäftskunden. Doch damit geriet der Plan, Business-Portale zu einem substanziellen Geschäftszweig auszubauen, ins Stocken. Fatal für Yahoo angesichts einer flauen Werbekonjunktur.

SAP wiederum besitzt den Zugang zu 1 000 Geschäftskunden und das Know-how für Unternehmenssoftware, das Wissen um die Gestaltung von Web-Portalen und ihre Einbindung jedoch weniger. Außerdem hat SAP keine Erfahrung mit der Pflege und Aufbereitung von populären Inhalten. Doch auch SAP-Kunden wollen heute Lösungen aus einer Hand.

Da liegt es nahe, sich zu verbünden, um schnell und kostengünstig das Internet zum integralen Bestandteil vieler Unternehmen zu machen. "My SAP" ist dein SAP. Nutznießer könnten nicht nur die beiden Partner (und ihre Aktionäre) sein, sondern sogar die ganze New Economy.

Sie krankt noch immer daran, dass das Internet am Arbeitsplatz ein Exotendasein führt. Erst wenn das Web im Unternehmen Normalität geworden ist, wird auch die Bereitschaft steigen, die Geschäfte nur noch über das Web abzuwickeln. Die gebeutelten Web-Shop- und Marktplatzbetreiber würde es freuen.

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
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