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SAP will Software für Integration öffnen

Wie das Unternehmen am Montag mitteilte, soll mit einem offenen Integrationsmodell, das eine schnelle Einführung neuer Technologien gewährleistet, die Wettbewerbsfähigkeit gestärkt werden.

dpa LISSABON. Der Software-Hersteller SAP will seine Produkte künftig für eine Zusammenarbeit mit anderen Herstellern öffnen. "Wir möchten Architekt einer Software-Lösung sein, die weit über unsere eigenen Produkte hinaus reicht", sagte SAP-Chef Hasso Plattner am Montag auf der Fachmesse Sapphire 2001 in Lissabon. "Die offene Integrationsstrategie der SAP ist keine Marketing-Initiative, sondern eine fundamentale technologische Wende."

Plattner räumte in seiner Rede vor rund 9 000 Messebesuchern ein, die SAP habe in den vergangenen Jahren den Fehler begangen, sich zu sehr auf die Produktwelt aus dem eigenen Haus zu konzentrieren. "In unserem klassischen SAP-System R/3 haben wir alle Informationen gesammelt und in ein Ei gesteckt." Verbindungen außerhalb dieser Schale seien kaum möglich gewesen. Künftig hätten aber nur offene Systeme eine Zukunft. SAP werde künftig verstärkt Module zum Austausch von Informationen und Programm-Komponenten einsetzen. Dabei könne auch Software von Mitbewerbern wie People Soft, Baan oder anderen Konkurrenten eingebunden werden.

SAP wolle seinen Kunden die Freiheit lassen, sich für Produkte verschiedener Hersteller im Bereich der Business-Software zu entscheiden. Die SAP hatte Ende März angekündigt, das US-Softwarehaus Top Tier zu übernehmen, das sich auf die Entwicklung von Unternehmens- Portalen mit Internet-Technologie spezialisiert hat. Eine Woche später einigten sich SAP und das führende Internet-Portal Yahoo! auf eine weitgehende Zusammenarbeit. Anwender von SAP-Programmen sollen künftig von ihrem Arbeitsplatz aus auch integrierte Inhalte und Dienstleistungen von Yahoo! erreichen können, etwa Nachrichten zu einem wichtigen Kunden.

Plattner betonte, die Internet Wirtschaft werde sich künftig nicht mehr von traditionellen Geschäftsprinzipien abkoppeln können. "Wir sind wieder in der Realität angekommen. Die Schwerkraft wirkt wieder.". Es gebe keine Wunderwelt des E-Commerce, in der man nur ein Web-Angebot braucht, sich aber nicht um Produktion, Vertrieb, Logistik und Dienstleistungen kümmern müsse. Die Zeit sei für eine "neue New Economy reif".

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