Archiv
Sarkawi bekennt sich zu Attacken mit 26 Toten in Bagdad

Bei einer der blutigsten Anschlagserien im Irak seit Wochen haben Extremisten in Bagdad mindestens 26 Menschen getötet. Nach Angaben von Augenzeugen starben 14 Zivilisten, als eine Autobombe vor einer Polizeistation im vorwiegend von Sunniten bewohnten Stadtteil Adhamija explodierte.

dpa BAGDAD/KAIRO. Bei einer der blutigsten Anschlagserien im Irak seit Wochen haben Extremisten in Bagdad mindestens 26 Menschen getötet. Nach Angaben von Augenzeugen starben 14 Zivilisten, als eine Autobombe vor einer Polizeistation im vorwiegend von Sunniten bewohnten Stadtteil Adhamija explodierte.

21 Verletzte wurden in umliegende Krankenhäuser gebracht. Wie ein Polizeisprecher berichtete, griff eine Gruppe von Bewaffneten eine zweite Wache im Westen von Bagdad an. Der arabische Nachrichtensender Al-Arabija sprach von zwölf getöteten Polizisten und fünf Verletzten bei dem Angriff im Stadtteil Al-Sajlija. Zudem hätten die Angreifer 51 Verdächtigen die Flucht aus dem Polizeigefängnis ermöglicht.

Die Terrorgruppe des Jordaniers Abu Mussab al-Sarkawi soll sich zu den beiden Anschlägen bekannt haben. In einer Erklärung, die auf einer Islamisten-Internetseite veröffentlicht wurde, heißt es, die Kämpfer der Gruppe "El Kaida in Mesopotamien" hätten "diejenigen angegriffen, die ihre Religion und ihren Stolz billig verkauft haben". Außer den Polizeistationen hätten die Kämpfer auch zwei Straßensperren der Polizei in der Innenstadt attackiert.

Die islamische Terrorgruppe Ansar el Islam hat nach Angaben von Generalbundesanwalt Kay Nehm einen Anschlag auf den irakischen Ministerpräsidenten Ijad Allawi in Berlin geplant. Aufgrund einer Telefonüberwachung in Stuttgart seien in der Nacht zum Freitag drei irakische Tatverdächtige festgenommen worden, gab Nehm im Karlsruhe bekannt. Für Allawi habe es eine "erhebliche Gefährdung" gegeben. Allawi hielt sich am Freitag während eines eintägigen Deutschlandbesuchs in der Hauptstadt auf und traf sich zu Gesprächen mit Bundeskanzler Gerhard Schröder und Bundesaußenminister Joschka Fischer. Deutschland wird nach den Worten Schröders seine Hilfe für den Wiederaufbau und die Stabilisierung des kriegsgeschüttelten Landes ausweiten. Allawi wollte noch am Freitag wieder aus Berlin abreisen.

In Bagdad erklärte unterdessen ein Sprecher des US-Militärs, in der westirakischen Stadt Falludscha, die unlängst von US- und irakischen Truppen wieder eingenommen wurde, gebe es noch immer vereinzelt Widerstand. Die 200 000 Einwohner Falludschas, die seit Beginn der Offensive aus der Stadt geflohen seien, könnten daher noch nicht in ihre Häuser zurückkehren. In der Nähe der nordirakischen Stadt Kirkuk starb am Freitag ein US-Soldat als ein Sprengsatz neben einer Patrouille explodierte. Nach Angaben eines amerikanischen Militärsprechers wurden zwei weitere Soldaten verletzt.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%