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Sarkozy als Wirtschaftsminister zurückgetreten - Gaymard Nachfolger

Einen Tag nach seiner Wahl zum Parteichef der konservativen UMP ist Nicolas Sarkozy am Montag als französischer Wirtschafts- und Finanzminister zurückgetreten.

dpa-afx PARIS. Einen Tag nach seiner Wahl zum Parteichef der konservativen UMP ist Nicolas Sarkozy am Montag als französischer Wirtschafts- und Finanzminister zurückgetreten. Zu seinem Nachfolger ernannte Präsident Jacques Chirac den bisherigen Agrarminister Hervé Gaymard, der als einer der engsten Vertrauten des Präsidenten gilt. Sarkozy übergab am Vormittag Premierminister Jean-Pierre Raffarin sein Rücktrittschreiben. Die Entscheidung für Gaymard nannte Sarkozy eine gute Wahl. Sarkozy verspricht sich vom Parteivorsitz der UMP eine gute Ausgangsposition für den Sprung ins Präsidentenamt 2007.

Der weitgehend unbekannte Finanzexperte Gaymard war erst im Frühjahr Agrarminister geworden. Finanzexperten sehen in der Nachfolgeregelung keine Auswirkungen für die Finanzmärkte. Die Nachfolgeregelung auf dem Posten des "Superministers" sei bezüglich der künftigen Wirtschaftspolitik des Landes ein "non-event", sagte Volkswirt Emmanuel Ferry vom Handelshaus Exane.

Keine Weitere Reformvorhaben

Mit der Personalie steige allerdings die Aussicht auf "eine größere Flexibilität bei den Staatsfinanzen". Außerdem zeige die Personalentscheidung, dass in Frankreich "kein weiteres Reformvorhaben auf der Agenda steht", sagte Ferry. Wegen seiner langjährigen Mitarbeit im Finanzministerium gilt Gaymard als ausgewiesener Experte. Neuer Agrarminister wird Sarkozys bisheriger Staatssekretär Dominique Bussereau.

Chirac hatte Sarkozy gezwungen, zwischen dem Partei- und dem Ministeramt zu wählen. Die Regelung von Sarkozys Nachfolge erwies sich aber als schwierig, weil Chirac nach dem Referendum über die EU-Verfassung in einem halben Jahr die Regierung voraussichtlich erneut umbauen wird. Außerdem sollte das Gleichgewicht der Parteiströmungen im Kabinett nicht gefährdet werden.

Wunschkandidat Breton Wollte Nicht

Chiracs Top-Kandidat war der France-Télécom-Chef Thierry Breton. Der war aber nicht bereit, ein Ministeramt zu übernehmen. Noch am Sonntag hatte Chirac Breton erfolglos zu einem persönlichen Gespräch empfangen.

In seiner achtmonatigen Amtszeit hatte Sarkozy vor allem mit industriepolitischen Eingriffen wie der Rettung des Industriekonzerns Alstom und der Verschmelzung der Pharmakonzerne Aventis und Sanofi-Synthélabo Schlagzeilen gemacht. Allerdings war es ihm nicht gelungen, die bei 9,9 Prozent liegende Arbeitslosigkeit in Frankreich zu drücken und das Wachstum zu beleben.

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