SARS-Effekt
Uno senkt Wachstumsprognose für Asien

Die Wirtschafts- und Sozialkommission für Asien und den Pazifik der Uno (ESCAP) senkte am Donnerstag ihre Wachstumsprognosen für die drei Wirtschaftsräume und nannte SARS als einen der Gründe. "Wir können nicht genau sagen, wie sehr es (SARS) sich auswirken wird", sagte ESCAP-Generalsekretär Kim Hak-Su in Bangkok.

Reuters SINGAPUR/PEKING. Singapur selbst reduzierte seine Wachstumsprognose unter Verweis auf die Krankheit deutlich nach unten. Die Ratingagentur Moody's sah dagegen noch keinen Anlass auf Grund von SARS Bewertungen der Kreditwürdigkeit von Firmen oder Regierungen in Asien herabzustufen. Die Agentur gehe vorerst von einem kurzzeitigen Phänomen aus.

Vor dem Hintergrund von SARS, dem Irak-Krieg und dem Streit um das nordkoreanische Atomprogramm senkte ESCAP seine Wachstumsprognose für Asien (ohne Japan) von 5,4 % auf 5,0 % in diesem Jahr. Die Werte basieren auf Schätzungen des Weltwährungsfonds (IWF) und Prognosen der jeweiligen Regierungen. Von der lebensgefährlichen Krankheit besonders betroffen seien Länder, die stark vom Tourismus abhingen, sagte Kim. Der erwartete Rückgang von Geschäftsreisen nach Asien werde aber die gesamte Region treffen.

Am stärkten senkte die Unterorganisation der Vereinten Nationen (Uno) die Wachstumsprognose für Singapur auf 3,0 % von im November vorhergesagten 4,2 %. Für China wurde die Prognose auf 7,5 % von 7,7 % und für Hongkong auf 2,4 % von vormals 2,5 % gesenkt. Das optimistische Szenario der Volkswirte gehe davon aus, dass die Ausbreitung von SARS bis Juni eingedämmt werden könne, sagte Kim. "Aber SARS könnte uns länger belasten und einen psychologischen Effekt haben."

Singapur selbst erwartet nach Angaben des Finanzministeriums einen Zuwachs beim Bruttoinlandsprodukt in einer Spanne von 0,5 bis 2,5 %. Zuvor war die Regierung für 2003 von einem Wachstum zwischen zwei und fünf Prozent ausgegangen. In den ersten 13 Tagen des April sank die Zahl der Singapur-Besucher nach offiziellen Angaben um 61 %. Die Einzelhandelsumsätze seien zwischen zehn und 50 % eingebrochen.

Auch der Flugverkehr von und nach Hongkong brach auf Grund von SARS nach Angaben des Flughafenbetreibers stark ein. 40 % der für April geplanten Flüge seien wegen der eingebrochenen Nachfrage gestrichen worden.

Zur Einschätzung der wirtschaftlichen Folgen von SARS seien weitere Informationen über die zu erwartende Dauer und Ausbreitung der Krankheit notwendig, sagten die Analysten für China und Hongkong bei Moody's. Bislang gehe man davon aus, dass die Krankheit nach drei bis sechs Monaten erfolgreich eingedämmt sei. Auch wenn die Wachstumsraten der Region kurzfristig gedämpft werden könnten, sei keine Rezession zu erwarten. Bislang gebe es keine Hinweise auf Liquiditätsprobleme von Unternehmen oder Regierungen in der Region als Folge der Krankheit. Daher gebe es derzeit keinen Anlass für eine Neubewertung von Kreditrisiken wegen SARS, sagten die Analysten.

Weltweit haben sich mehr als 3400 Menschen in mehr als 20 Ländern mit der Krankheit infiziert. Etwa 160 Patienten starben bislang an SARS.

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