SARS-Effekte noch nicht spürbar
VW und Audi stöhnen über starken Euro-Kurs

VW und Audi stöhnen unter dem starkem Euro-Kurs. "Beim Euro-Dollar-Kurs haben wir die Schmerzgrenze bald erreicht", sagte Audi-Chef Martin Winterkorn der "Welt am Sonntag". "Wenn der Euro weiter steigt, wird das zunehmend zum Problem." Als vorausschauende Kaufleute habe man bei der Volkswagen-Tochter aber Vorsorge getroffen.

HB/dpa WOLFSBURG/INGOLSTADT. Das Umfeld in Deutschland bleibe sehr schwierig. "So wie es zur Zeit aussieht, müssen wir die zurückgehende Nachfrage in Deutschland auf ausländischen Märkten kompensieren", sagte Winterkorn. "Auch nach dem Ende des Irakkrieges und dem Ende der Dienstwagensteuer- Diskussion sehe ich nicht, dass die Verkaufszahlen wieder steigen."

Dennoch zeigte sich der Audi-Chef optimistisch: "Gemessen an der Stückzahl werden wir das Rekordjahr 2002 übertreffen". Absatzprobleme durch die Lungenkrankheit SARS seien im Moment noch nicht absehbar.

Auch aus VW-Konzernkreisen hieß es, das Wechselkursrisiko habe sich bei Volkswagen auf Grund des hohen Euro-Kurses weiter verschärft. Ein VW-Sprecher wollte die Angaben nicht kommentieren. Auf der Hauptversammlung Ende April hatte VW-Vorstandsvorsitzender Bernd Pischetsrieder betont, die negative Wechselkursentwicklung habe sich im Anfang 2003 fortgesetzt.

Schon im vergangenen Jahr hatten ungünstige Wechselkurse das Ergebnis des VW-Konzerns stark gedrückt. Seither ist der Euro allerdings weiter gestiegen und erreichte etwa am Freitag gegenüber dem US-Dollar 1,12 ?. Bei der Gewinn- und Verlustrechnung 2002 hatte VW den Dollar zu einem Durchschnittskurs von 0,94 ? umgerechnet. Nach Medienberichten soll VW mit jedem Cent, den der Euro gegenüber dem Dollar gewinnt, 38 Mill. ? beim Vorsteuerergebnis verlieren.

VW ist nicht nur in den USA, sondern auch auf seinem wichtigen Markt China von dem niedrigen Dollar-Kurs betroffen, weil der chinesische Renminbi an den Kurs der US-Währung gekoppelt ist. Finanzvorstand Bruno Adelt hatte auf der VW-Hauptversammlung betont, der 2002-Umsatz sei mit zwei Mrd. ? durch die ungünstigen Wechselkurse belastet worden. Das Ergebnis sei vor allem durch den Kurs des US-Dollar um 500 Mill. ? gesunken.

VW sichert nach eigenen Angaben traditionell seine Wechselkursrisiken zwischen 30 und 60 % ab. Derzeit liegt die Absicherung bei etwa 40 %. Zu welchen Wechselkursen der Konzern seine Sicherungen abgeschlossen hat, gilt als Wettbewerbsgeheimnis.

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