Sat1 denkt über Fußball-Engagement nach
TV-Comeback der ARD-Sportschau möglich

Bei der TV-Berichterstattung über die Fußball-Bundesliga bahnt sich möglicherweise ein Wechsel an. Sat.1 wird nach Angaben des Branchendienstes "kressreport" die Sendung "ran" zum Saisonende aus finanziellen Gründen streichen und damit den Weg für ein Comeback der ARD-Sportschau frei machen.

HB/dpa HANNOVER. Sat.1 bezeichnete die Meldung als "völligen Quatsch", räumte aber ein, dass man sich angesichts des Kostendrucks Gedanken über die Fortsetzung des Fußball-Engagements mache. "Die Entscheidung ist aber keinesfalls gefallen", sagte Sat.1 Sprecherin Jutta Kehrer am Freitag der Deutschen Presseagentur.

Nach Informationen des "kressreport" hat ein ranghoher TV-Manager der Pro-Sieben-Sat.1 Media AG angesichts des erhöhten Spardrucks intern bereits zum Rückzug geblasen. Offiziell will Sat.1 aber im kommenden Frühjahr erneut über die Bundesliga-Rechte für die Saison 2003/2004 verhandeln. "Das Prozedere hat sich nicht geändert. Wir verhandeln von Saison zu Saison", erklärte Kehrer. Der Privatsender berichtet seit 1992 über die Bundesliga, hat aber immer Verluste eingefahren. Auch die Quoten sind seit dem Rekordjahr 1995/96 mit durchschnittlich 6,83 Millionen Zuschauer am Samstag stetig zurückgegangen.

Ein Ausstieg von "ran" könnte den Weg zurück zur ARD-Sportschau ebnen. Der öffentlich-rechtliche Sender gilt als einziger ernsthafter Interessent für die Bundesliga, alle anderen Sender haben aus Kostengründen bereits abgewunken. Allerdings nimmt die Bundesliga in der ARD-Prioritätenliste für Sportrechte nicht die führende Position ein. "An erster Stelle stehen Weltmeisterschaften und Länderspiele", sagte WDR-Sportchef Heribert Faßbender.

ARD-Programmdirektor Günter Struve will sich nicht auf einen Rechte-Poker einlassen. "Wir wären nur dann an der Bundesliga interessiert, wenn sie wohlfeil wäre und kein anderer Anbieter sie wollte - unter keinen Umständen würden wir ein Kampfangebot auf den Tisch legen", sagte er dem "kressreport".

Die Bundesliga-Rechte lagen bisher bei der insolventen KirchMedia. Das Unternehmen hat einen Großteil der Sportrechte, darunter auch die Bundesliga und die WM 2006 in Deutschland, an die Manager-Gruppe der Kirch Sport AG um ARD-Kommentator Günter Netzer verkauft. Der Vertrag soll am kommenden Montag unterzeichnet werden.

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