Satelliten übertragen die Daten aus dem Web ins Flugzeug
Lufthansa und British Airways testen Internetzugang über den Wolken

Die Lufthansa spielt als Pionier für Internetdienste in den Lüften eine Vorreiterrolle. Seit Mitte Januar testet die deutsche Fluglinie ein neues Kommunikationsangebot: den nahtlosen Zugang zum weltweiten Internet an Bord eines Linienflugzeugs. Mit British Airways hat die neue Technologie schon einen schnellen Nachahmer gefunden: Nun testet auch der Lufthansa-Konkurrent die Innovation auf einer London-New York-Route.

MÜNCHEN. Zur Realisierung des Webanschlusses war eine Reihe technischer Probleme zu bewältigen. Für die Testflüge wurde das Flugzeug Sachsen-Anhalt der Lufthansa - Flotte vom Typ Boeing 747-400 mit aufwendiger IT-Technik ausgestattet: Neben einem Serverrechner, Kommunikationsgeräten (Routern) und lokalen Netzen (LAN - local area network) waren es vor allem die Antennen, die die Techniker von Boeing und der Lufthansa vor neue Herausforderungen stellten.

Die Verbindung zu den Satelliten stellen zwei Antennen her, die hinter der Wölbung der Außenhaut am oberen Flugdeck montiert wurden. "Allein die sichere Befestigung der Sende- und Empfangsflächen, die wie ein Skateboard aussehen, war durch den nachträglichen Einbau schwierig", erläutert Projektmanager Andy Schweiger. Während das Empfangen der Signale von zwei geostationären Satelliten (Eutelsat in Europa, Intelsat in den USA) wenig Probleme bereitet, ist das Versenden von Daten weitaus schwieriger zu bewerkstelligen.

Der Öffnungswinkel zum Satelliten, der sich an einem fixen Ort in einer Höhe von 36 000 Kilometer befindet, beträgt nur ein Grad. Ihn sicher von einem Flugzeug zu treffen, das sich in einer Reisegeschwindigkeit von etwa 900 km/h in einer Höhe von 11 000 Metern über dem Erdboden bewegt, sei eine der größten Herausforderungen des Projektes "Flynet" gewesen. Die Empfangsleistung liegt nach Angaben der Lufthansa bei 1 Megabit pro Sekunde. Gesendet wird mit 128 Kilobit pro Sekunde - das entspricht immerhin noch der doppelten ISDN-Geschwindigkeit.

Damit der Datenstrom aus dem Internet die Bordelektronik nicht stört, wird der Datentransfer der Passagiere über ein separates Netz im Flugzeug geleitet. An Bord ist der Zugang zum Internet über zwei Netze möglich - mit Hilfe eines Kabels oder drahtlos per Wireless LAN. Der drahtlose Zugang ist in der Testphase nur über an Bord angebotene Leihgeräte möglich. Die Datensicherheit wird, so Schweiger, über verschiedene technische Standards gewährleistet. Man könne davon ausgehen, dass das Surfen an Bord so sicher sei wie am Boden.

Zielgruppe für den ab Mitte 2004 geplanten Service sind vor allem Geschäftsreisende auf einem Langstreckenflug, der zwischen sechs und zwölf Stunden dauert. Während dieser Zeit kann der Passagier wie am Büro-Schreibtisch eine Menge erledigen - den Berg empfangener E-Mails lesen und beantworten, aktuelle Daten aus dem Firmennetz ziehen oder Hintergrundinformationen im Internet sammeln.

Die geplante Gebühr von etwa 35 Euro pro Flug dürfte aber nicht nur Geschäftsleute anlocken, sondern auch Reisende auf dem Weg in den Urlaub. Sie könnten sich beispielsweise noch schnell über das angeflogene Reiseland informieren. Der Internetdienst soll daher, wie derzeit in der Testphase, künftig in allen Klassen an Bord angeboten werden.

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