Saturn-Börsengang 2003 geplant
Metro sucht ausländischen Investor für Kaufhof

Die Metro AG, drittgrößter Handelskonzern der Welt, will ihre Internationalisierung mit einer Öffnung der Warenhauskette Kaufhof für ausländische Investoren vorantreiben. "Es gibt Gespräche, die dazu führen könnten, dass wir bis zu 49 Prozent unserer Kaufhof-Beteiligung abgeben", sagte Metro-Vorstandssprecher Hans-Joachim Körber:

rtr DÜSSELDORF. Spekulationen über eine Fusion des Metro-Konzerns mit anderen Handelsriesen wie WalMart oder Carrefour erteilte erneut Körber eine Absage. Für 2001 stellte er trotz der Konjunkturabschwächung ein Umsatzwachstum wie im Vorjahr von rund sieben Prozent in Aussicht.

"Über eine Internationalisierung des Kaufhofs und die Aufnahme von Partnern finden derzeit Gespräche statt", sagte Körber. "Wir werden Ende des Jahres sagen können, ob die Strategie zum Ziel führt." Für einen Auslandsauftritt des Kaufhofs mit dem Themenhauskonzept "Galeria" (Umsatz 1999 bei 7,8 Milliarden Mark) kämen grundsätzlich "große Länder an unseren Grenzen in Frage", erklärte der Metro-Chef. "Insgesamt werden wir eine aktive Rolle in der Konsolidierung des europäischen Einzelhandelssektors spielen."

Internationalisierung geplant Gleichzeitig wolle Metro wie geplant seine Internationalisierung im Bereich der Cash&Carry-Märkte vorantreiben. Asien, Polen, die Türkei, Russland und Kroatien stünden dabei im Vordergrund. "Eine Fusion oder eine Übernahme im Lager der großen Handelskonzerne würde keinen zusätzlichen Wert schaffen", sagte Körber. Für die in Europa stark positionierte Elektronik-Handelskette Media/Saturn gebe es weiterhin Pläne für einen Börsengang im Jahr 2003.

Körber gab sich optimistisch, das Wachstum des Metro-Konzerns 2001 von der Abschwächung der Konjunktur abschotten zu können. "Den Umsatzanstieg von gut sieben Prozent im vergangenen Jahr können wir uns auch für 2001 vorstellen", sagte er. "Der Januar war in Ordnung, der Februar etwas schwächer, und der März läuft wieder gut", beschrieb Körber den Geschäftsverlauf im ersten Quartal.

Zuvor hatte der Präsident des Hauptverbandes des Deutschen Einzelhandels (HDE), Hermann Franzen, in Berlin gesagt, angesichts fallender Aktienkurse und nachlassenden Wirtschaftswachstums werde der deutsche Einzelhandel 2001 eher zwei Prozent als - wie von den HDE-Volkswirten zuletzt prognostiziert - 2,5 Prozent wachsen. Das Hamburgische Welt-Wirtschafts-Archiv (HWWA) nahm am Mittwoch seine Prognose für das Wachstum des deutschen Bruttoinlandsprodukts 2001 auf 2,3 von zuvor 2,7 Prozent zurück.

Körber sagte, der Metro-Konzern werde für 2000 wie vorhergesagt einen Anstieg beim Vorsteuergewinn von zehn Prozent ausweisen. Anfang Januar hatte Metro bereits für 2000 einen Anstieg des Konzern-Nettoumsatzes um 7,1 Prozent auf 91,8 Milliarden Mark bekannt gegeben.

Die Metro-Aktie lag am Mittwochnachmittag in einem schwachen Gesamtmarkt mit 46,33 Euro um 4,47 Prozent unter Vortagesschluss.

Analysten bewerten Öffnung positiv Die mögliche Öffnung des als ertragsschwach geltenden Kaufhofs für ausländische Partner beurteilten Analysten vorsichtig positiv. "Für die Aktie kann es nur positiv sein, wenn sich Metro von derartigem Ballast trennt", sagte Caroline Tatham von Goldman Sachs. "Es ist allerdings nur schwer vorstellbar, woher in einer internationalen Kooperation beim Kaufhof Synergien kommen sollten", sagte Nikolai Baltruschaft von der Deutschen Bank.

Körber erwartet ferner, dass der Verkauf der vor drei Jahren in die Frankfurter Divaco eingebrachten Metro-Unternehmensteile Ende des Jahres abgeschlossen sein wird. "Wir rechnen damit, dass bis zum Jahresende alles abgewickelt ist, und erwarten für die Metro einen dreistelligen Millionenbetrag", sagte Körber. Der Verkauf der PC-Kette Vobis werde wahrscheinlich bis Ende März erfolgen. "Es kann sein, dass es einen Monat später wird", sagte Körber. Die Divaco ist ein Gemeinschaftsunternehmen von Deutsche Bank, Metro sowie der Gerling-Versicherung und hatte 1998 von der Metro Sparten mit rund 16 Milliarden Umsatz übernommen.

Die Metro ist an der Divaco mit rund 49 Prozent beteiligt und hält 9,5 Prozent der Stimmrechte. An der Vobis-Computerkette hält die Divaco 75 Prozent. Veräußert habe die Frankfurter Gesellschaft bislang etwa die Kaufhalle an die italienische Coin-Gruppe und den Debitel-Anteil, sagte Körber. Auf der Verkaufsliste stünden beispielsweise noch die Reno-Schuhmärkte, die Adler-Bekleidungsmärkte und der PC-Distributeur Maxdata. .

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