Satz war erst Anfang des Jahres angehoben worden
Rentenbeitrag droht auf 19,8 Prozent zu steigen

Angesichts der schlechten wirtschaftlichen Entwicklung droht in der Rentenversicherung ein Anstieg des Beitragssatzes auf 19,8 % oder mehr.

Reuters BERLIN. "Es kann besser, aber auch noch schlechter ausfallen", sagte eine Sprecherin des Verbandes der Rentenversicherungsträger (VDR) am Dienstag auf Anfrage. Nach derzeitigem Stand müsse der Beitragssatz zum Jahresanfang 2004 von 19,5 auf 19,8 % des Bruttolohns steigen. Zu dieser Prognose komme der Schätzerkreis der Rentenversicherung. Den Berechnungen liege die von der Bundesregierung auf 0,75 % gesenkte Prognose für das Wirtschaftswachstum im laufenden Jahr zu Grunde.

Die Bundesregierung betonte, dass der Beitragssatz erst im Herbst festgelegt werde und von der wirtschaftlichen Entwicklung abhängig sei. "Wir gehen davon aus, dass sich die Konjunktur im Laufe des Jahres verbessert", sagte ein Sprecher von Bundessozialministerin Ulla Schmidt (SPD). "Die Annahme des Schätzerkreises wäre dann überholt."

Allerdings räumte der Sprecher ein, dass es auch Risiken gebe, die den Beitragssatz zusätzlich belasten könnten. Er verwies auf den Tarifabschluss im Öffentlichen Dienst. Dieser stellt den Arbeitgebern frei, die Rentenbeiträge nicht im Dezember, sondern erst im Januar zu überweisen. Entlastend könne sich dagegen die geplante Gesundheitsreform auswirken. Eine Absenkung des Krankenkassenbeitrages um einen Prozentpunkt entlaste den Rentenbeitragssatz um etwa 0,1 Punkte, da die Rententräger weniger an die Krankenkassen überweisen müssten.

Der Schätzerkreis berechnet die voraussichtlichen Einnahmen und Ausgaben der Rentenversicherung und legt dabei die Annahmen der Bundesregierung zum Wirtschaftswachstum und zur Lohnsumme zu Grunde. Im März hatte der Schätzerkreis stattdessen in einem Alternativszenario ein Wirtschaftswachstum von 0,6 % im laufenden Jahr angenommen und einen Beitragssatzanstieg für 2004 auf 19,9 % errechnet. Der Beitragssatz war erst Anfang dieses Jahres von 19,1 auf 19,5 % angehoben worden.

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