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Sauber landet Coup: Ex-Weltmeister Villeneuve verpflichtet

Michael Schumachers Erzrivale Jacques Villeneuve kehrt nach einjähriger Zwangspause in die Formel 1 zurück. Das Schweizer Sauber-Team hat den Weltmeister von 1997 für zwei Jahre verpflichtet und damit einen Riesen-Coup gelandet.

dpa HINWIL. Michael Schumachers Erzrivale Jacques Villeneuve kehrt nach einjähriger Zwangspause in die Formel 1 zurück. Das Schweizer Sauber-Team hat den Weltmeister von 1997 für zwei Jahre verpflichtet und damit einen Riesen-Coup gelandet.

"Ich muss zugeben, dass es schon etwas ganz Spezielles ist, einen Ex-Weltmeister unter Vertrag zu nehmen. Allerdings möchte ich klarstellen, dass dies keineswegs der ausschlaggebende Faktor war", teilte Teamchef Peter Sauber mit. Villeneuve, der seit Monaten fieberhaft auf ein Comeback hingearbeitet hatte, sagte: "Ich bin glücklich, mit Sauber Petronas in der Formel 1 zurück zu sein."

Spekulationen über eine Verpflichtung des ebenso charismatischen wie exzentrischen Kanadiers durch das grundsolide Sauber-Team waren schon vor Wochen nach einem Firmenbesuch Villeneuves in Hinwil aufgetaucht. Sauber hatte in der Vergangenheit jedoch mehrfach erklärt, nicht unter Zeitdruck zu stehen. Durch den Wechsel des Italieners Giancarlo Fisichella zu Renault war für die kommende Saison ein Cockpit bei dem Privatteam frei geworden.

Hoffnungen auf den Platz neben dem Brasilianer Felipe Massa hatten sich unter anderem Nick Heidfeld (Mönchengladbach), der schon einmal für die Eidgenossen gefahren war, der bei Mclaren-Mercedes vor die Tür gesetzte Schotte David Coulthard oder auch der neue Formel-3000- Meister Vitantonio Liuzzi gemacht. In Villeneuve hat Sauber sicher den für am meisten Wirbel und Aufsehen sorgenden Piloten geholt. Formel-1-Boss Bernie Ecclestone hatte immer wieder darauf gedrängt, den 33 Jahre alten Querkopf zurückzuholen, um die durch Schumacher seit Jahren dominierte Königsklasse etwas aufzupeppen.

Villeneuve musste zum Saisonende 2003 sein Cockpit bei BAR-Honda wegen seines zu hohen Gehalts räumen. Seines Frührentner-Daseins überdrüssig, hatte sich der elfmalige Grand-Prix-Sieger inzwischen sogar zum Billigtarif angeboten, um wieder dabei sein zu können. Sauber packte die Chance beim Schopf und band den früheren Champcar- Champion und Indy-Sieger mit Wirkung vom 1. November für zwei Jahre an sich. "In meinen Gesprächen mit Jacques habe ich gespürt, dass er voll motiviert ist, in die Formel 1 zurückzukehren. Er war stets ein großer Kämpfer, und ich bin überzeugt, dass wir gemeinsam viel erreichen können", sagte er. Natürlich sei ihm klar, dass dieser Schritt auch eine Verpflichtung fürs Team sei, dem Kanadier ein Auto zur Verfügung zu stellen, das dessen Erwartungen entspreche.

Villeneuve, der nach seinem Wechsel von Williams, wo er 1996 eingestiegen war, zu BAR Anfang 1999 sportlich in der Versenkung verschwunden war, hofft darauf, sich mit Sauber wieder etwas in den Vordergrund fahren zu können. "Ich schätze das Vertrauen, das mir alle Beteiligten entgegenbringen. Es ist mein Ziel, gemeinsam mit Peter Sauber das Team in der Weltmeisterschaft nach vorn zu bringen", kündigte er an.

Bei seinem ersten Formel-1-Test für Renault auf dem Grand-Prix-Kurs in Silverstone ist der Wiedereinsteiger gleich 70 Runden gefahren. Der Kanadie erzielte auf der britischen Rennstrecke allerdings die schwächste Zeit der zehn anwesenden Fahrer.

Villeneuve war allerdings nicht viel langsamer als Ralf Schumacher. Der Kerpener drehte 87 Tage nach seinem Unfall in Indianapolis auf Grund technischer Schwierigkeiten am Williams-BMW nur 37 Runden. "Ich habe weiter keine Probleme mit dem Rücken", sagte Ralf Schumacher. Trainingsschnellster war in Silverstone der Finne Kimi Räikkönen im Mclaren-Mercedes.

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