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Sauber vor McLaren-Mercedes: «Das ist lustig»

Indianapolis (dpa) - Das Formel-1-Klassement hat Peter Sauber den Blick für die Realität nicht verstellt. «Dass McLaren hinter uns ist, das liegt nicht an uns. Aber das ist einfach lustig», sagte der Schweizer in Indianapolis.

Indianapolis (dpa) - Das Formel-1-Klassement hat Peter Sauber den Blick für die Realität nicht verstellt. «Dass McLaren hinter uns ist, das liegt nicht an uns. Aber das ist einfach lustig», sagte der Schweizer in Indianapolis.

Sauber weiß nur zu genau, dass die Hierarchie schon bald wieder hergestellt sein kann. Denn die Mittel seines Privatteams sind gegenüber denen des derzeit kriselnden Konkurrenten McLaren-Mercedes begrenzt. «Wenn die ihre Möglichkeiten wieder ausspielen und nutzen, dann sind die schnell wieder vor uns.»

McLaren-Chef Ron Dennis, mit dessen Partner Mercedes Sauber eine erfolgreiche Sportwagen-Vergangenheit verbindet, hatte noch vor der Saison erklärt: «Sauber ist nicht wirklich ein Gegner für uns.» Er sollte sich täuschen. Vor dem Großen Preis der USA liegt das Team aus Hinwil in der Konstrukteurs-Wertung auf Rang fünf mit 15 Punkten vor den Silberpfeilen (12).

An Peter Saubers Saisonziel hat sich trotz der positiven Momentaufnahme nichts geändert: «Für mich ist es wichtig, uns auf Toyota und Jaguar zu konzentrieren. Wir wollen den sechsten Platz konsolidieren.» Toyota ist derzeit Achter (4), Jaguar Neunter (3).

Seit Jahren müssen sich die Eidgenossen im Kampf gegen die großen Rennställe mit deren Autogiganten behaupten. Ihr Etat wird auf gerade einmal ein Drittel der Budgets der Spitzenteams wie Ferrari, Williams-BMW oder McLaren geschätzt. Ganz ohne starken Partner geht es aber auch bei Privatier Sauber nicht. Seit langem ist Ferrari engster Verbündeter. Im achten Jahr liefert das Weltmeister-Team von Michael Schumacher den Motor.

Diese Saison begann für Sauber trotz der Ferrari-Unterstützung unter äußerst ungünstigen Umständen. Das Team musste einen neuen Wagen entwickeln, nachdem sich das Vorjahresmodell als nicht konkurrenzfähig erwiesen hatte. «Wir konnten das Auto nicht mehr im Windkanal machen, weder im alten noch im neuen», erklärte Sauber. Zudem wollten die Schweizer ein Modell bauen, «dass zu den Bridgestones, sprich den Ferrari-Reifen passte». Der Pneu-Hersteller entwickelt Formel-1-Reifen mit und für die Scuderia.

Auch dass in Giancarlo Fisichella und Felipe Massa zwei neue Fahrer ins Team kamen, machte die Arbeit nicht einfacher. «Es ist immer angenehmer, wenn man einen Fahrer behalten kann», sagte Sauber, der sich dennoch nach der vergangenen Saison von seinem Mönchengladbacher Duo Heinz-Harald Frentzen und Nick Heidfeld getrennt hatte. Ebenso mussten zwei neue Renningenieure integriert werden.

Mittlerweile sind die Anfangsprobleme überwunden. Der im Dezember eröffnete Windkanal, der modernste in der Formel 1, ist seit März voll im Einsatz. Der Wagen wird laufend weiterentwickelt. Für die nächsten Rennen in Magny Cours, Silverstone und auf dem Hockenheimring sind weitere Innovationen geplant. Die Fortschritte zahlen sich aus. Der C23 hat seine Zuverlässigkeit bewiesen. Seit dem fünften Saisonrennen in Barcelona waren entweder Fisichella oder Massa jeweils in den Punkten. Von einer solcher Konstanz kann McLaren-Chef Dennis derzeit nur träumen.

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