Saudische Prinz Al Walid soll wieder Interesse haben
Ex-Interessenten für Kirch Media wittern zweite Chance

Mehrere frühere Interessenten für das Kerngeschäft der insolventen Kirch Media wittern nach den gescheiterten Verhandlungen mit dem US-Milliardär Haim Saban ihre zweite Chance. "Einige, die in der ersten Bieterrunde ausgeschieden sind, haben sich jetzt wieder ins Spiel gebracht", sagte ein Branchenexperte am Freitag in München. Dazu gehöre unter anderem der Altgesellschafter Lehman Brothers.

HB/dpa MÜNCHEN. Nach Informationen des Magazins "Focus" plant daneben auch der saudische Prinz Al Walid, der ebenfalls zu den Altgesellschaftern gehörte, den Kauf von Anteilen. Zu diesem Konsortium solle auch der französische Fernsehsender TF1 hinzustoßen, der eigentlich zusammen mit Saban einsteigen wollte. Der Vertrag mit dem US-Unternehmer für den Kauf der Senderkette Pro Sieben Sat.1 und den Kirch-Filmrechtehandel war nach wochenlangen Streitigkeiten aber am Mittwoch rückgängig gemacht worden. Insolvenzverwalter und Management der Kirch Media wollen die Geschäfte nun vorerst mit Hilfe der Banken weiterführen.

Die Filmbibliothek soll nach Informationen aus Branchenkreisen möglicherweise langfristig zu einem Tochterunternehmen von Pro Sieben Sat.1 werden und die hauseigenen Fernsehsender beliefern. Dies berichtete auch die Tageszeitung "Die Welt" (Freitagausgabe). Die Gewerkschaft ver.di befürchtet durch eine mögliche Eingliederung der Filmbibliothek einen massiven Stellenabbau. Ein Sprecher der Kirch Media wollte sich nicht zu den genauen Plänen des Unternehmens äußern. "Spekulationen kommentieren wir nicht."

Bei den zuständigen Aufsichtsbehörden stößt die geplante Weiterführung der Fernsehsenderkette Pro Sieben Sat.1 unter der Regie des Kirch Media-Managements und der Banken auf Bedenken. "Die jetzige Lösung ist unbefriedigend", sagte Wolfgang Thaenert, Vorsitzender der Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten (DLM) der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Freitagausgabe).

Zweifel an der rechtlichen Zulässigkeit äußerte er unter anderem mit Blick auf die Bayerische Landesbank. "Bei diesem Institut handelt es sich um ein staatliches Unternehmen. Der Staat darf in Deutschland aber keinen Rundfunk veranstalten." Auch sei fraglich, ob die Banken das für die Erteilung einer Sendelizenz notwendige publizistische Interesse nachweisen könnten. Er unterstrich, dass die Geldhäuser für ihren Plan die Genehmigung der Landesmedienanstalten brauchen.

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