Sauerbraten soll ein Geschenk der Römer sein
Nichts für zarte Mägen

Die kölsche Küche ist tolerant, nur beim Bier hört der Spaß auf. Das müssen sich Besucher der Rheinmetropole merken.

Kölnische Köstlichkeiten sind Geschichte. Römer, Franken, Franzosen und Preußen haben in den Kölner Kochtöpfen kräftig mitgerührt. Besatzer und Besucher brachten aus ihrer Heimat Spezialitäten mit, die sich die Rheinländer schnell einverleibt und später in eine deftige Kost verwandelt haben. Eins ist die kölsche Küche heute ganz gewiss: nichts für zarte Mägen und Kalorienzähler. Alle anderen Besucher der Stadt - etwa in rund zehn Tagen zur Photokina - sollten in der Innenstadt ausschwärmen, am besten per pedes, vom Restaurant zum Brauhaus, von der Kneipe zum Stehimbiss. Zum Beispiel, um rheinischen Sauerbraten zu probieren.

Der soll ein Geschenk der Römer sein, als sie via Colonia nach Gallien zogen. Für den langen Feldzug hatten sie Rindfleisch in großen Essig- und Weinamphoren transportiert, damit der Proviant länger hielt. Verfeinert mit Rosinen und Rübenkraut erhielt das eingelegte Fleisch seinen typisch süßlich-sauren Geschmack. Selbstverständlich steht der "Surbroode", der rheinische Sauerbraten, heute auf der Speisekarte der "Brauerei zur Malzmühle" und der "Brauerei Päffgen" - zwei der bekanntesten Brauhäuser der Stadt.

In schlechten Zeiten ersetzten die Kölner das teure Rind- durch billigeres Rossfleisch. Fertig zubereitet zum Mitnehmen, bietet die Pferdemetzgerei G. & G. Körfgen das frühere Arme-Leute-Essen an. Als um die Mitte des fünften Jahrhunderts die Franken der Römerherrschaft ein Ende bereiteten, wurde Lust auf Wurst geweckt, denn die neuen Besatzer brachten viele Sorten mit. Besonders "Blotwoosch" oder "Flönz", im Hochdeutschen weniger appetitlich Blutwurst, so erzählen es die Kölner Metzger, gehört seitdem zum kölschen Gut.

Seite 1:

Nichts für zarte Mägen

Seite 2:

Seite 3:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%