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Saure Zitrone für Larry

Manche Weihe gereicht dem Ausgezeichneten nicht zur Ehre.

Es gibt einen Preis, der - in Anlehnung an George Orwells gleichnamiges Buch über einen Überwachungsstaat - "1984" heißt. Der geht in diesem Jahr an den US-Generalstaatsanwalt John Ashcroft und Larry Ellison, den Chef des Datenbankherstellers Oracle. Der jährliche "Big Brother Award", von der Londoner Organisation Privacy International "verliehen", prangert das Vergehen von Regierungen, Organisationen und Leuten an, die die Privatsphäre von Menschen gefährden. Ashcroft steht am Pranger, weil er anordnete, nach den Anschlägen vom 11. September mehr als 1 200 Personen telefonisch abzuhören. Für eine solche Verfügung kann man womöglich sogar noch Verständnis haben.

Aber was hat Oracles Larry Ellison die Schelte eingebracht? Ellison machte sich zum Fürsprecher einer großen Datenbank, die als zentrales nationales Identifikationssystem der USA dienen soll. Natürlich soll das ein Dokumentationsvorhaben sein, das auf Oracle-Technologie basiert.

Oracles Konkurrenten müssen sich deswegen nicht die Hände reiben. Der Vorschlag für "1984" anno 2003 könnte lauten: Microsoft. Das Softwarehaus will nämlich - entgegen allen anders lautenden Bekundungen - langfristig an seinem Projekt "Passport" (auch Hailstorm genannt) festhalten: einer zentralen Datenbank zur Identifikation aller Internet-Nutzer.

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