„Sazka“-Arena Mittelpunkt der WM
Neuer Eishockey-Tempel entzweit Tschechen

Prag hat einen neuen Eishockey-Tempel: Die "Sazka"-Arena wurde für die WM 2004 in nur 16 Monaten für 200 Millionen Euro aus dem Boden gestampft. Während die der Arena den Namen gebende staatliche Lottogesellschaft sich rühmt, eine der modernsten Sporthallen der Welt gebaut zu haben, hagelt es von Aktiven und Öffentlichkeit Kritik.

HB PRAG. Einige nennen Sie "Dom" was auf die Ehrfurcht und die Bewunderung der Betrachter schließen lässt. Andere sprechen beim Anblick des Kolosses von einem "Mega-Ufo"und bringen damit ihren Hohn für die pompös und monströs wirkende Halle zum Ausdruck. Ungeachtet der Diskussion um die Gestaltung ist eines jedenfalls sicher: Die deutsche Nationalmannschaft bestreitet ihr erstes Spiel am Samstag (20.15 Uhr/DSF) gegen Kasachstan in einer der modernsten Sportarena Europas.

Dann werden rund 18 000 Zuschauer auf eine Eisfläche schauen, "auf der man sich fühlt wie eine Maus auf einer Flugzeug-Landebahn", bemerkte ein Spieler von Vize-Meister Slavia Prag: "Das Feld ist so groß, dass sich wenige Torchancen entwickeln." Tatsächlich waren die Finals der tschechischen Meisterschaft zwischen Slavia und Zlin, die Anfang April in der ovalen Arena ausgetragen wurden, mit 0:1 und 1:2 eher mager an Toren. Auch mit einer seltsam "weichen" Qualität des Eises waren einige Akteure nicht zufrieden.

Der "Sazka"-Vorsitzende Ales Husak lässt die Kritik nicht gelten: Der 47-Jährige hält die meisten Beschwerden schlicht für Neid. So lud der oft als arrogant beschriebene Funktionär, der vor 1989 Mitarbeiter des kommunistischen Geheimdienstes war, den tschechischen Ministerpräsidenten Vladimir Spidla Ende März für die Eröffnungsfeier der Halle kurzerhand aus. Zuvor hatte es die Regierung während der Bauzeit wegen angeblich undurchsichtiger Finanzierungen abgelehnt, dem privaten Investor eine Ausfallgarantie zu erteilen.

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