Scanner an Zählmaschinen in zwei Wahlbezirken abgeschaltet
Weitere Ungereimtheiten bei US-Wahl in Florida entdeckt

Sechs Monate nach der US-Präsidentschaftswahl sind im entscheidenden Staat Florida erneut Ungereimtheiten bekannt worden. In den Wahlbezirken Escambia und Manatee wurden laut einem Zeitungsbericht insgesamt etwa 5 400 Stimmen für ungültig erklärt, die regelgemäß hätten korrigiert werden können.

ap ORLANDO. Beide Bezirke verfügten laut der Zeitung "Orlando Setinel" über optische Scanner, die falsch ausgefüllte Stimmzettel zurückweisen, um den Wählern eine zweite Chance zu geben.

In beiden Wahlkreisen wurden die Scanner abgeschaltet. Die Wahlaufseherin von Escambia, Bonnie Jones, sagte zur Begründung, jeder neue Stimmzettel hätte den Bezirk 23 Cents (51 Pfennige) gekostet. Zudem hätten ein zweites Ausfüllen den Wahlbetrieb aufgehalten. In Escambia wurden 4 000 Stimmen für ungültig erklärt. Jones' Kollege Bob Sweat aus dem Bezirk Manatee, wo 1 400 Stimmen ungültig waren, sagte, die Scanner hätten den Betrieb nur aufgehalten.

Wie die Zeitung weiter berichtet, wurden in ganz Florida falsch ausgefüllte oder zerrissene Briefwahlstimmen von Wahlhelfern so korrigiert, dass sie für die Maschinen lesbar wurden. Diese Praxis entspricht zwar dem Wahlgesetz des Staates; die Republikaner hatten sich jedoch im Rechtsstreit mit den Demokraten erfolgreich dagegen gewandt, für Maschinen unlesbare Stimmzettel zu interpretieren.

Nutznießer der Briefwahlstimmen war der republikanische Präsidentschaftskandidat und heutige Amtsinhaber George W. Bush. Briefwähler - darunter viele im Ausland stationierte Soldaten - stimmten fast doppelt so oft für ihn wie für seinen demokratischen Konkurrenten Al Gore. Bush gewann die Wahl in dem Staat mit 534 Stimmen Vorsprung und erhielt so die entscheidenden 25 Wahlmännerstimmen von Florida.

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