SCH steigert Ergebnis in ersten drei Quartalen 2001 um mehr als 20 %
Santander senkt Gewinnprognose

Spaniens größte Bank Santander Central Hispano bleibt trotz einer deutlichen Steigerung des Netto- Ergebnisses von der weltwirtschaftlichen Flaute nicht verschont.

HANDELSBLATT, 30.10.2001

sk MADRID. Die internationale Wirtschaftslage verdüstert sich und macht vor den spanischen Banken nicht halt. Santander Central Hispano (SCH), Spaniens größtes Finanzinstitut, hat deshalb gestern bei der Bekanntgabe der Neun-Monats-Zahlen Anlass gesehen, die Gewinnerwartung für dieses Jahr um 240 Mill. ? zu senken. Die Bank rechnet nun mit einem Nettogewinn von 2,6 Mrd. ? . Ihr Präsident Emilio Botín begründete die Korrektur mit einem "schwierigen wirtschaftlichen und politischen Umfeld" nach den Terroranschlägen in den USA.

Von einer Krise wie die der deutschen Banken, die kräftige Gewinneinbußen registrieren und darauf mit einem massiven Abbau von Arbeitsplätzen reagieren, sind die spanischen Institute jedoch weit entfernt. Trotz einer Korrektur erwartet Santander eine Steigerung des Nettogewinns von 15,8 % im Vergleich zu 2000. In den ersten drei Quartalen dieses Jahres hat die Bank im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum den Gewinn sogar um 21,4 % auf knapp 2 Mrd. ? gesteigert.

Am Mittwoch wird die zweite spanische Großbank, der Banco Bilbao Vizcaya Argentaria (BBVA), Neun-Monats-Zahlen präsentieren. Auch hier rechnen Analysten mit einem kräftigen Ergebnisanstieg. Der Trend weist aber nach unten: So lag bei SCH der Nettogewinn im dritten Quartal bei 610 Mill. ? , nach 713 Mill. ? im Vorquartal. Die Erwartungen vieler Analysten hat das Institut damit verfehlt. So hatte Merck Finck & Co. mit einem Gewinn von 675 Mill. ? gerechnet, Ibersecurities mit 740 Mill. ? . An der Börse ging es am Montag bergab: SCH fiel in einem schwachen Marktumfeld bis zum Nachmittag 3,5 % auf unter 9 ?, seit Januar verlor die Bank rund 20 %.

Für Lateinamerika bleibt SCH optimistisch

Überraschend kam die korrigierte Gewinnprognose der SCH nicht. So hatte Credit Suisse First Boston (CSFB) vor zwei Wochen die Gewinnaussichten des Instituts für 2001 und 2002 gesenkt. Weiter optimistisch bleibt SCH für das Lateinamerikageschäft, jedenfalls für 2001: Die Gewinnschätzung liegt unverändert bei 1,5 Mrd. US $. Dabei dürfte die Lage in der Region kaum verlässlich einschätzbar sein. Analysten weisen auf die Gefahr hin, dass die wirtschaftliche Flaute in den USA zunehmend auf die südlichen Nachbarn durchschlagen könnte.

Das bisherige Plus beim Gesamtergebnis führt SCH vor allem auf eine strenge Kostenkontrolle zurück. Allein im dritten Quartal sind die Kosten nach Angaben der Bank um 6 % gegenüber dem Vorquartal gesunken. Seit der Fusion von Santander und Central Hispano Anfang 1999 ist das Institut ebenso wie sein Haupt-Wettbewerber BBVA kräftig dabei, die Rentabilität zu erhöhen. Im Juni kündigte SCH das Kostensenkungsprogramm "DOS" an, das bis 2003 Einsparungen in Höhe 900 Mill. ? vorsieht. Weitere Pläne dürften sich auf die Stärkung des europäischen Geschäfts richten: Analysten rechnen damit, dass sowohl SCH als auch BBVA im kommenden Jahr versuchen werden, ihre Position in ausgewählten europäischen Ländern zu stärken. Im Fall von SCH wird vor allem Italien genannt. Hier halten die Spanier 6,48 % an Sanpaolo IMI, eine Aufstockung gilt als wahrscheinlich.

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