Schaaf: „Das Finale in Berlin hat mittlerweile gute Tradition bei uns“
Aus Tradition im Finale

Beim Halbfinalsieg gegen Lübeck zeigt Werder Bremen wieder einmal seine besonderen Pokal-Qualitäten.

BREMEN. Es war kurz vor Mitternacht, als Thomas Schaaf sich um seine Nachtruhe sorgte. Der Bremer Trainer saß im Presseraum unter der Ostkurve des Weserstadions, und er sah müde aus, abgekämpft, als hätte er selbst 120 Minuten auf dem Feld gestanden. "Ich weiß nicht, ob ich nach diesem Spiel so schnell in den Schlaf finde", sagte Schaaf.

Ob der Trainer noch geschlafen hat, ist nicht bekannt. Sollte er aber wach gelegen haben, dann wird ihm dieses Spiel noch einmal durch den Kopf gegangen sein. Zweimal hatte Werder gegen den großen Außenseiter aus Lübeck im Rückstand gelegen. In der Verlängerung schien die Sensation perfekt, ehe Werders Stürmer Ailton und Nelson Valdez mit zwei spektakulären Toren das Spiel noch zum 3:2-Endstand drehten.

Selten hatte man Schaaf so aufgeregt gesehen. Wild gestikulierend sprang der sonst so ruhige Bremer immer wieder von der Bank auf. Auch die Zuschauer hielt es nicht mehr auf den Sitzen. Stehend verfolgten sie die zweite Halbzeit der Verlängerung. Hätte es noch eines Beweises bedurft, dass das Golden Goal zurecht abgeschafft wurde, Bremen und Lübeck lieferten ihn am Dienstagabend.

"So sollte ein Pokalspiel sein", sagte Schaaf, und niemand wollte ihm widersprechen. Ist der Bremer Trainer doch einer, der sich auskennt in diesem Wettbewerb. Denn die Bremer sind die erfolgreichste Pokalmannschaft der vergangenen 20 Jahre, was irgendwie mit Berlin und Thomas Schaaf zusammenhängen muss. Seit 1985 findet das Endspiel im Olympiastadion statt, sieben seiner acht Finalteilnahmen erreichte der Klub in dieser Zeit. Und immer war Schaaf dabei - viermal als Spieler, nun schon zum dritten Mal als Trainer.

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