Schaaf: "Wir heben nicht ab"
Neues Duo lässt Bremen träumen

Sie präsentieren sich kaltschnäuzig und garantieren Tore: Mit bisher zehn der insgesamt 14 Treffer hat das neue Traum-Duo Ailton/Angelos Charisteas Werder Bremen in ungeahnte Bundesliga-Höhen katapultiert und lässt die Nordlichter von neuen Zielen träumen.

HB/dpa BOCHUM. "Gerade die beiden haben gezeigt, dass man auf sie zählen kann", sagte Werder-Coach Thomas Schaaf nach dem souveränen 4:1-Auftritt seiner Elf beim VfL Bochum, zu dem der überragende Ailton zwei Tore (17./50.) beisteuerte und mit seinem 50. Bundesliga-Treffer sein Saison-Konto auf sechs erhöhte.

Werder-Manager Klaus Allofs geriet angesichts der Tore von "Kugelblitz´" Ailton ins Schwärmen. "Wir haben gesehen, dass wir auf ihn nicht verzichten können", sagte Allofs. Und auch VfL-Trainer Peter Neururer erkannte die Klasse der beiden Bremer, die seine Hintermannschaft ein ums andere mal wie Schuljungen stehen ließen, neidlos an: "Was sie gespielt haben, war sensationell. Wir hatten keine Möglichkeit, sie zu stoppen."

Vor allem Dank seines neuen Partners Charisteas (Ailton: "Wir sind ein starkes Duo"), der sich mit seinem vierten Saisontor immer mehr zu einer wichtigen Konstanten im Bremer Spiel entwickelt, kommt der hanseatische "Brasilien-Express" unaufhaltsam ins Rollen. "In Angelos sehe ich Parallen zu Claudio Pizarro, deshalb passen sie vielleicht so gut zusammen", sagte Allofs. Das Duett Ailton/Pizarro (jetzt Bayern München) hatte in der Saison 2001/2002 mit zusammen 34 Toren den Gegnern das Fürchten gelehrt.

Vier Siege hintereinander und Platz zwei - angesichts der rosigen Aussichten reifen bei den Bremern zarte Träume von mehr. "Wir haben gesagt, dass wir bereit sind, in der Saison unsere Ziele zu korrigieren. Wir warten die nächsten Wochen ab, dann kann man vielleicht von mehr reden", erstickte Allofs aber jeglichen Anflug von Überheblichkeit im Keim. Auch Schaaf ("Wir freuen uns über den Platz, aber wir heben nicht ab") hat keine Hirngespinste, sondern nun erstmal den UEFA-Cup im Visier. "Wir wollen unbedingt weiterkommen. Aber wir müssen höllisch aufpassen", warnte der 41-Jährige vor dem Erstrunden-Rückspiel am Donnerstag gegen Metalurg Donezk, gegen das es im Hinepsile ein 2:2 gegeben hatte: "Das wird kein Selbstläufer."

Bochum ist nach vier Niederlagen in Serie endgültig wieder auf dem Boden der Tatsachen. Für Neururer blieb nach der ernüchternden Vorstellung, in der Paul Freiers Treffer (22.) zum zwischenzeitlichen 1:1 der einzige VfL-Lichtblick war, nur die Erkenntnis, nach dem Blitzstart "zu schnell nach oben gejubelt worden zu sein". Neururer: "Die Niederlage haut uns nicht um. Jetzt versuchen wir, bei den Bayern wenigstens einen Punkt zu holen", forderte der Bochumer Chefcoach ausgerechnet beim Spitzenreiter eine Trotzreaktion.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%