Schaaf: "Wir waren zu dumm"
Werder stellt sich selbst ein Bein

Der SV Werder Bremen kann die erhofften Millionen im Uefa-Cup abschreiben. Mit einem 3:3 (1:0) gegen Vitesse Arnheim im Zweitrunden-Rückspiel mussten sich die Hanseaten von der internationalen Fußball-Bühne verabschieden.

HB/dpa BREMEN. Nach der 1:2-Niederlage im Hinspiel konnte die Mannschaft von Trainer Thomas Schaaf am Donnerstagabend auch eine verdiente 2:0-Führung durch Kapitän Frank Baumann (24.) und Mladen Krstajic (49.) nicht über die Zeit retten.

Die Gäste aus den Niederlanden, die ab der 69. Minute (Rot wegen Unsportlichkeit gegen Aleksandar Rankovic) sogar mit neun Feldspielern auskommen mussten, schafften vor 19 300 enttäuschten Zuschauern durch Jewgeni Lewschenko (51./Foulelfmeter), Gert Claessens (73.) und Emile Mbamba (90.) noch die Wende. Doch auch das zwischenzeitliche 3:2 durch den eingewechselten Griechen Angelos Charisteas (77.) hätte dem Bundesliga-Sechsten wegen der Auswärtstorregel noch nicht gereicht.

"Ein Tor hätte genügt, aber wir waren einfach nicht stark genug. Wir waren zu dumm", monierte Trainer Schaaf. "Du kannst nicht nur Hurra-Fußball spielen." Den ersten Warnschuss gab der Franzose Johan Micoud nach acht Minuten ab, doch der Ball prallte genau auf die abwehrbereiten Fäuste von Arnheims Torhüter Dragoslav Jevric. Innerhalb von 60 Sekunden hatten die Bremer Fans dann gleich drei Mal den Torschrei auf den Lippen: Zunächst scheiterte Ailton (21.), danach der agile Markus Daun mit einem geschickten Schlenzer (21.), kurz darauf wieder der bullige Brasilianer. Nach einem Freistoß von Micoud spitzelte Baumann dann den Ball aus fünf Metern zur verdienten Führung ins Tor. Beim 2:0 traf Krstajic mit einem "Sonntagsschuss aus über 30 Metern die Unterseite der Latte.

Werder setzte mit Daun und Publikumsliebling Ailton, der mit einem Kopfball knapp scheiterte (32.), auf Offensive. Der Tabellen-Siebte der Ehrendivision bot mit dem Hinspiel-Torschützen Matthew Amoah, Michael Jansen und Bob Peeters sogar drei nominelle Sturmspitzen auf. Amoahs fulminanter 25-m-Freistoß krachte an die Latte (35.). Die Gäste waren mit ihren schnellen Kontern bis zum Schluss gefährlich, zumal sich die SV-Abwehr nicht immer als sattelfest erwies.

Allerdings konnte Schaaf auch nicht seine Wunschelf aufs Feld schicken. Von den drei "Sorgenkindern" konnte nur Frank Verlaat, der seine Augenoperation fast auskuriert hat, von Beginn an in der Abwehr mitmischen. Krisztian Lisztes (Innenbanddehnung im Knie) und Torschütze Charisteas (Halswirbelbeschwerden) mussten zunächst auf der Bank Platz nehmen. Von den mitgereisten 3000 Schlachtenbummlern aus Arnheim fielen 19 Unbelehrbare aus der Rolle und wurden von der Polizei vorübergehend in Gewahrsam genommen.

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