Schadenersatzklage gegen die Ex-Manager möglich
Frühere Hypo-Manager müssen hohe Geldauflagen zahlen

Top-Manager der ehemaligen Hypo-Bank müssen im Zusammenhang mit der milliardenschweren Immobilienaffäre der Hypo-Vereinsbank hohe Geldauflagen zahlen. Die Ermittlungen gegen Ex- Vorstandsmitglieder der Hypo-Bank seien gegen Geldauflagen von bis zu 700 000 DM (358 000 Euro) eingestellt worden, teilte die Staatsanwaltschaft München I am Montag mit.

dpa MÜNCHEN. Summiert handele es sich um einen Millionenbetrag. Die Behörde hatte unter anderem untersucht, ob Manager der Hypo-Bank um den früheren Konzernchef Eberhard Martini pflichtwidrig Immobilienkredite vergeben und die Ertragslage des Unternehmens verschleiert dargestellt haben.

Nach der Fusion von Hypo- und Vereinsbank hatte Konzernchef Albrecht Schmidt Wertberichtigungsbedarf von 3,5 Mrd. DM im Bereich der früheren Hypo-Bank aufgedeckt. Zahlreiche Vorstände des neuen Konzerns, die von der Hypo-Bank kamen, mussten ihren Hut nehmen. Die Staatsanwaltschaft nahm im Herbst 1998 Ermittlungen gegen die Vorstände auf. Sie warf ihnen in wichtigen Punkten der Unternehmensführung Fehler und Fahrlässigkeiten vor. Ein Hypo-Vereinsbank-Sprecher bekräftigte erneut, das Unternehmen werde die Geldauflagen nicht übernehmen. Ob eine Schadenersatzklage gegen die Ex-Manager angestrengt werde, werde auf der nächsten Aufsichtsratssitzung diskutiert.

Die Ermittlungen ergaben laut Staatsanwaltschaft, dass Vorstandsmitglieder der Hypo-Bank in den Jahresabschlüssen 1994 bis 1997 die Ertragslage der Bank zu günstig darstellten. Allerdings habe man nicht nachweisen können, dass die Vorstände den aus schlechten Immobiliengeschäften resultierenden erhöhten Wertberichtigungsbedarf "als zwingend erforderlich" erkannt hätten. Deswegen habe sich der Vorwurf der unrichtigen Darstellung "deutlich relativiert".

Unzureichende Sicherheiten für Großkredite

Im Laufe der Ermittlungen habe sich zudem bestätigt, dass für Großkredite nur unzureichende Sicherheiten verlangt worden seien. Damit handelten die Hypo-Manager nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft "pflichtwidrig". Um wegen Untreue verurteilt zu werden, hätten sie aber auch eigennützig handeln müssen. Diese Voraussetzung sei aber nicht erfüllt gewesen, so die Behörde. Die Führungskräfte hätten Kredite nur pflichtwidrig vergeben, weil sie besonders große Gewinne für das Unternehmen erwarteten und von 1992 an durch Stundungen und Aufstockungen Totalverluste vermeiden wollten. Vor diesem Hintergrund seien die Ermittlungen insgesamt eingestellt worden.

Im Rahmen des Verfahrens gab es 150 Durchsuchungen und 200 Vernehmungen. Insgesamt seien 10 000 Aktenordner beschlagnahmt worden, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Manfred Wick. Die Staatsanwaltschaft hatte gegen insgesamt 20 verantwortliche Mitarbeiter der Hypo-Bank ermittelt. Wie viele der Verdächtigen nun eine Geldauflage zahlen müssen, wollte die Staatsanwaltschaft zunächst nicht sagen. Gegen einen Beschuldigten werde weiter ermittelt.


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