Schadenssumme kann noch nicht geschätzt werden
S&P sieht keine Bedrohung für Versicherungen

Die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) sieht in den Terroranschlägen in den USA keine Gefahr für die Stabilität der Versicherungswirtschaft. Die Branche sei stark kapitalisiert und könne die enormen finanziellen Belastungen ohne eine Bedrohung für die Stabilität des gesamten Systems überstehen, hieß es am Freitag von S&P in London.

rtr/vwd LONDON. Zudem hieß es, die Verluste aus der Katastrophe würden aller Wahrscheinlichkeit nach die bislang höchsten Versicherungsverluste übersteigen. Jeder Versuch, die Schadenssumme zu schätzen, sei zum jetzigen Zeitpunkt spekulativ. Es könne Wochen dauern, bis alle dazu nötigen Informationen verfügbar seien, hieß es weiter.

Die Kapitalisierung der Versicherungsbranche wird als hoch eingeschätzt. Daher sei davon auszugehen, dass die Versicherungswirtschaft einem "enormen finanziellen Schlag" standhalten könne, ohne dass die Stabilität des gesamten Systems gefährdet sei. Bislang hätten die Versicherungsgesellschaften Verluste über rund vier Mrd. $ eingeräumt. Dieser Betrag werde sich jedoch noch deutlich erhöhen. Sobald die Versicherungsschäden den Betrag von 10 bis 15 Mrd. $ überschreiten, erwartet S&P eigenen Angaben zufolge deutliche Auswirkungen auf die Bilanzen der individuellen Versicherungsgesellschaften.

"Die gesamten versicherten Verluste müssten jedoch 50 Mrd. $ überschreiten, bervor wir uns Sorgen über das Versicherungssystem machen", so die Ratingagentur. Zur Feststellung der Versicherungsschäden müssten zudem einige wesentliche Fragen geklärt werden. Dazu zähle beispielsweise die Frage, ob die abgeschlossenen Rückversicherungen terroristische Anschläge explizit ausschließen, wie es in Europa der Fall ist, erläuterte S&P. Auch die Klärung der Frage, ob die gezielten Flugzeugabstürze und die daraus resultierende Gebäudeeinstürze als ein einziges Ereignis oder als eine Serie von Ereignissen behandelt würden, sei von entscheidender Bedeutung.

Zwar habe S&P bei der Einstufung der finanziellen Stärke der Versicherer und Rückversicherer schon die Möglichkeiten einer kurzfristigen Volatilität in Folge einer Veränderung des Konjunkturzyklusses und in Folge des periodischen Auftretens größerer Versicherungsschäden berücksichtigt. Dennoch könnten die Ratings einiger Versicherer unter Druck geraten, falls sich herausstellen sollte, dass Schadensersatzforderungen und die Reduzierung des Vermögenswertes in einer dauerhaften Schwächung der Finanzstärke auf Grund einer ernsthaften Verringerung der Kapitalbasis resultieren werden, erläuterte die Ratingagentur.

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