Schäfer sieht „Endspiel“
Siegen oder fliegen: Druck für Saudi-Coach

Siegen oder fliegen. Weniger für Kameruns deutschen Trainer Winnie Schäfer als für seinen saudi-arabischen Kontrahenten Nasser Al-Johar stellt sich diese Schicksalsfrage im Duell der beim WM-Start sieglosen Teams in der deutschen Gruppe E.

dpa SAITAMA. "Ich verspüre keinerlei Druck, nicht von den Offiziellen und auch nicht von politischer Seite aus Kamerun", versichert der 52-jährige Schäfer einen Tag vor der für das Erreichen des Achtelfinales schon vorentscheidenden Partie am Donnerstag (11.00 Uhr) in Saitama.

Das deutsche 1:1 gegen Irland hat allerdings auch Schäfer verstärkt in Erfolgszwang gebracht. "Mir wäre es natürlich lieber gewesen, Deutschland hätte gewonnen. Für mich sind die Iren schon durch, weil sie mit einem Sieg über Saudi-Arabien auf fünf Punkte kommen. Jetzt kommt es am 11. Juni in Shizuoka doch noch zu einem Finale zwischen Kamerun und Deutschland um das Erreichen des Achtelfinales." Schäfer sah sich nach dem 1:1 der Iren gegen die Deutschen in seiner Einschätzung bestätigt: "Ich habe immer gesagt, dass die Iren sehr stark sind und nie aufgeben. Das haben sie schon gegen uns bewiesen."

Die 0:8-Packung der Saudis gegen die Deutschen nimmt Schäfer nicht als Kriterium ihres wahren Leistungsvermögens. "Die haben jetzt ordentlich Druck gekriegt, von der Delegation und auch aus der Heimat. Deshalb werden sie sich nicht noch einmal so lasch präsentieren wie gegen Deutschland", ist Schäfer überzeugt. Zugleich bremst er aber auch die Erwartungen auf ein erneutes Schützenfest: "So ein 8:0 ist nicht wiederholbar."

Ein Sieg ist jedoch Pflicht für den ehemaligen Karlsruher und Stuttgarter Bundesliga-Coach, der sich nicht auf Rechenkunststücke einlassen will. "Wir müssen die zwei Spiele gegen Saudi-Arabien und Deutschland gewinnen - Schluss, Aus", betont Schäfer. Taktisch gibt es für Kameruns Coach nur eine Devise: "Wenn wir so wie Miroslav Klose gegen Saudi-Arabien ein frühes 1:0 machen, dann kommen wir schnell ins Spiel. Nachdem wir unseren konditionellen Defizite als Folge der chaotischen Anreise beseitigt haben, stehen die Spieler wieder voll im Saft und können 90 Minuten Power machen."

Saudi-Arabiens Coach Al-Johar, der bei einem weiteren Debakel von höchster prinzlicher Stelle in die Wüste geschickt zu werden droht, kann nicht allen Versagern des "Schandspiels" gegen Deutschland eine Chance zur Rehabilitierung geben. Sein stürmender Kapitän Sami Al- Jaber fällt ebenso mit einer Knöchelverletzung aus wie Mittelfeld-As Abdullah Al-Waked. Für Al-Jaber stürmt Obaid Al-Dosary, Mohammed Al- Jahani soll die Defensive stärken. Mit einer Fünferkette in der Abwehr soll Kameruns erwarteter Ansturm des Weltklasse-Duos Patrick Mboma/Samuel Eto'o gestoppt und ein weiteres Debakel verhindert werden. Vor allem der bedauernswerte Torwart Mohammed Al-Deayea, an dem der väterliche Trainer trotz der acht Gegentore festhält, soll nicht noch ein weiteres Mal zur Schießbudenfigur degradiert werden.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%