Schätzungen des Verteidigungsministers
Bis zu 100 000 Erdbebentote in Indien befürchtet

Die Folgen des schwersten Bebens in der Geschichte Indiens sind noch nicht abzusehen. Rettungstrupps suchen derweil weiter nach Verschütteten.

dpa NEU DELHI. Das folgenschwerste Erdbeben in der Gesichte Indiens hat bis zu 100 000 Menschen getötet. Bis Dienstag konnten zwar erst 6 300 Leichen geborgen werden. Die Hoffnung, das unter den etwa 100 000 Verschütteten noch Überlebende geborgen werden können, ist vier Tage nach der Katastrophe im Nordwesten des Landes aber dramatisch gesunken.

"Wenn wir über den Verlust an Menschenleben reden, dann sprechen wir über vielleicht 100 000 Menschen", sagte der indische Verteidigungsminister George Fernandes dem britischen Fernsehsender BBC. Er bezog sich auf Aufklärungsflüge der Luftwaffe. Die Zahl der Verletzten schätzte er auf 200 000. Eine halbe Million Menschen ist obdachlos, von denen viele nun schon vier Nächte im Freien verbracht haben. Auch in der Nacht zum Dienstag gab es zahlreiche Nachbeben.

Rettungstrupps aus Deutschland, der Schweiz, Großbritannien, Frankreich, Ungarn und anderen Ländern wollten auch am Dienstag die Bergungsarbeiten mit Hilfe von Suchhunden und Spezialgerät fortsetzen. Am Montag waren mehrere Menschen lebend aus den Trümmern geborgen worden.

Das Erdbeben vom Freitag mit einer Stärke von 7,9 auf der Richterskala ist damit das schlimmste in Indien seit Menschengedenken. 1905 waren in der Himalayaprovinz Himachal Pradesh 20 000 Menschen umgekommen, 1993 starben im westlichen Bundesstaat Maharashtra bis zu 30 000 Menschen bei einem Erdbeben. Als folgenschwerste Beben überhaupt gelten die in China von 1556 und 1976. In beiden Fällen gehen Schätzungen von bis zu 800 000 Toten aus.

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