"Schafft doch lieber Gysi ab"
Bohlen bietet zehn Berliner Polizeipferden Asyl an

Platten-Millionär Dieter Bohlen hat zehn der 44 Berliner Polizeipferde Asyl angeboten. Der Popstar ("Modern Talking") und Produzent habe spontan seine Hilfe angeboten, als er gehört habe, dass der Berliner Senat die Tiere aus Kostengründen abschaffen wolle, berichtete die "Bild"-Zeitung am Donnerstag.

ap BERLIN. Zehn Pferde sollten ihr Gnadenbrot auf Bohlens Koppel in Tötensen bei Hamburg bekommen.

"Direkt hinter meinem Haus liegt ein fünf Hektar großes Grundstück", erklärte Bohlen dem Blatt zufolge. "Da ist Platz ohne Ende, bis jetzt stehen da nur meine beiden Stuten Sunny und Jenny." Die Pferde der Berliner Reiterstaffel sind nach Bohlens Worten "super Tiere". Es sei "totaler Quatsch", die Staffel abzuschaffen. "Da gibt's tausend Sachen, bei denen man eher sparen könnte." Der 47-jährige fügte laut "Bild" hinzu: "Schafft doch lieber Gysi ab und behaltet die Pferde."

Die Gewerkschaft der Polizei hatte Bundeskanzler Gerhard Schröder gebeten, sich für den Erhalt der Reiterstaffel einzusetzen. Ein Regierungssprecher erklärte dazu: "Der Kanzler hat den Brief der Gewerkschaft gelesen. Er wird sich nicht einmischen - das ist eindeutig eine Berliner Angelegenheit." Der Tierschutz sei beim Senat in den besten Händen. Gewerkschaftssprecher Klaus Eisenreich erklärte nach Angaben des Blattes: "Berlin ohne die Reisterstaffel wird provinziell."

Inzwischen hat sich auch die Pferdeklinik der Freien Universität (FU) bereit erklärt, einen Teil der Tiere aufzunehmen und "durchzufüttern". Die FU wies darauf hin, dass ihr medizinischer Fachbereich im Zuge der von der rot-roten Koalition beschlossenen Sparmaßnahmen ebenfalls "abgewickelt" werden soll. Der Erste Vizepräsident der FU, Dieter Lenzen, erklärte: "Wenn es sein muss, verzichte ich in den nächsten Jahren zu Gunsten der Hannoveraner auf mein Pausenbrot. In diesen Zeiten müssen alle eng zusammenrücken".

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