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Schalke 04 jetzt punktgleich mit Bayern München

Der eigentlich wertlose Titel „Herbstmeister“ ist umkämpfter denn je und wird erst am letzten Hinrunden-Spieltag der Fußball-Bundesliga entschieden.

dpa DÜSSELDORF. Der eigentlich wertlose Titel "Herbstmeister" ist umkämpfter denn je und wird erst am letzten Hinrunden-Spieltag der Fußball-Bundesliga entschieden.

Nach dem enttäuschenden 2:2 von Bayern München beim 1. FC Nürnberg im 170. Derby muss der deutsche Rekordmeister aus München wieder um seine Spitzenposition in den Weihnachtsferien fürchten. Der FC Schalke 04 hat mit dem 1:0-Triumph im Revier-Duell bei Borussia Dortmund punktemäßig zu den Bayern aufgeschlossen (je 33), den VfB Stuttgart von Platz zwei verdrängt und den BVB dank Ailtons "Tor des Tages" tiefer in den Tabellen-Keller gestoßen.

Auch die Schwaben können den Münchner Rivalen dank des eigenen 5:2 gegen den VfL Bochum mit einem Sieg im direkten Duell noch abfangen. "Wenn wir so spielen, ist auch in München was drin", meinte VfB-Schlussmann Timo Hildebrand.

Die Stimmung bei Bayerns Führungsriege nach dem unnötigen Remis im Frankenstadion war wenig vorweihnachtlich. "Wenn wir den Anspruch haben, Meister zu werden, müssen wir so ein Spiel gewinnen", nörgelte Trainer Felix Magath nach dem Spiel gegen seinen Ex-Club. Auch Manager Uli Hoeneß war stocksauer, weil die Elf trotz 2:1-Führung den Sieg noch aus der Hand gab. Zumal der "Club" nach "Gelb-Rot" für Andreas Wolf (24.) 50 Minuten lang einen Spieler weniger auf dem Feld hatte, ehe Hasan Salihamidzic ("Rot" wegen Notbremse/74.) für personellen Gleichstand sorgte und das 2:2 von Ivica Banovic (Foulelfmeter) ermöglichte. "Nürnberg war doch schon tot", schimpfte Hoeneß, und Magath erkannte: "Statt des 3:1 haben wir dem Gegner ein Weihnachtsgeschenk gemacht."

Ungleich schlechter erging es am torreichsten Spieltag der Saison (33) dem neuen Schlusslicht SC Freiburg und Borussia Mönchengladbach. 0:6 lauteten die niederschmetternden Ergebnisse. Der konsternierte Borussen-Coach Dick Advocaat, der erst vor einigen Wochen Holger Fach abgelöst hatte, konnte sich nach dem "halben Dutzend" bei Hertha BSC nicht an ein ähnliches Debakel in seiner Laufbahn als Vereinstrainer erinnern. Kapitän Christian Ziege sprach nach dem Untergang von "der schlimmsten Klatsche meiner Karriere" und einem "vollkommenen Desaster". Torhüter Darius Kampa flogen die Bälle nur so um die Ohren und konnte einem Leid tun. "Eine Katastrophe", stammelte

Nicht minder schlecht erging es dessen Freiburger Kollege Richard Golz. Dabei war der lange Keeper bei der Demütigung durch Meister Werder Bremen noch der beste SC-Spieler. "Wir sind nicht mehr in der Lage, den Ball kontrolliert zu spielen", stellte Golz ernüchtert fest. Die Freiburger Fans, ausgestattet mit "Drei-Punkte-Mützen" im Nikolausstil, bewiesen beim 0:6 wenigstens Galgenhumor. "Das Licht geht aus, wir geh'n nach Haus. Rabimmel, rabammel, rabumm", sangen sie aus Leibeskräften. Die Hoffnung, den abermaligen Bundesliga-Abstieg noch abzuwenden, schwindet zusehends. Dennoch ist eine Trennung von Trainer Volker Finke im Breisgau kein Thema. "Einer, der 14 Jahre lang seine Stärken so einbringt, der hat sie im 15. Jahr nicht verloren", betonte Präsident Achim Stocker.

Bester Laune waren dagegen die Bremer, insbesondere der dreifache Torschütze Angelos Charisteas. Der oft auf der Bank schmorende Grieche vertrat den verletzten Ivan Klasnic vor dem Champions-League-Spiel beim FC Valencia glänzend. "Wir sind gut vorbereitet auf die Partie in Valencia", sagte Coach Thomas Schaaf, der sich am "schönen Fußball" seiner Elf erfreute.

Das tat auch Ewald Lienen beim 2:0 von Hannover 96 beim Hamburger SV. "Man hat schon fast keine Worte mehr, wie super und aggressiv sie spielen", lobte Lienen seine Akteure. Die auf Platz vier gekletterten Niedersachsen (28 Punkte) können nun ebenso auf einen Uefa-Cup-Platz schielen wie die nachfolgenden Teams aus Bremen und Wolfsburg (beide 27), Berlin und Leverkusen (je 25).

Die Bayer-Profis wären noch viel weiter vorn, würden sie sich beim Toreschießen nicht nur auf die zweite Spielhälfte beschränken. Beim 2:1 gegen Ex-Tabellenführer VfL Wolfsburg gelang es ihnen schon zum zwölften Mal in der Saison, einen 0:1-Rückstand noch in einen Sieg umzumünzen. "Das mache ich nicht mehr lange mit. Bei jedem Rückstand ärgere ich mich mehr", stöhnte Leverkusens Coach Klaus Augenthaler.

Ärger stand auch bei Arminia Bielefeld auf dem Programm. Beim 1:1 gegen Hansa Rostock stand Referee Peter Sippel im Fokus, weil er dem Aufsteiger zwei vermeintlich klare Elfmeter verwehrte und eine Tätlichkeit von Ronald Maul an Fatmir Vata übersah. Keine Chance hatte Bundesliga-Neuling FSV Mainz 05 beim 0:2 beim 1. FC Kaiserslautern.

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