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Schalke in Meisterlaune - Neue Erfahrung für Doll

„Professor“ Ralf Rangnick und Zauberer Lincoln sind das Traum-Duo des FC Schalke 04. Was der Trainer an Ideen, Motivation und Führungsqualitäten einbringt, beflügelt den Mittelfeldspieler zu brillanter Fußball-Kunst.

dpa HAMBURG. "Professor" Ralf Rangnick und Zauberer Lincoln sind das Traum-Duo des FC Schalke 04. Was der Trainer an Ideen, Motivation und Führungsqualitäten einbringt, beflügelt den Mittelfeldspieler zu brillanter Fußball-Kunst.

Seriensieger Schalke ist spätestens seit dem 2:1 beim Hamburger SV zum ernsthaften Meisterschaftsaspiranten in der Bundesliga aufgestiegen. Die Königsblauen, die mit sechs Bundesliga-Siegen am Stück einen neuen Vereinsrekord aufgestellt haben, können mit einem Erfolg über Hertha BSC die punktgleichen Wolfsburger von der Tabellenspitze verdrängen.

Seit Rangnick am 29. September das Kommando bei Schalke übernommen hat, geht es nur noch in eine Richtung: vorwärts und das mit Vollgas. Die Nonstop-Turbo-Fahrt begann auf Platz 15 und hat offenbar mit dem derzeitigen zweiten Rang noch kein Ende gefunden. Dagegen scheint der belebende Effekt des Trainerwechsels beim Hamburger SV verpufft. "Wir sind bitterböse auf den Boden zurückgeholt worden. Dieses Spiel hätten wir nie und nimmer verlieren dürfen", stöhnte Thomas Doll, der in seiner vierten Partie als verantwortlicher Coach die erste Niederlage hinnehmen musste: "Das muss man erst mal sacken lassen."

Geht es um das Thema Meisterschaft, halten sich die Schalker mit Prognosen zurück. Lediglich Ebbe Sand traut sich auszusprechen, was seine Teamkameraden denken: "Wenn man wie wir nach einem Drittel da oben steht, dann darf man von der Meisterschaft träumen." Zwar fährt der als Torfabrik verpflichtet Ailton seine Produktion auf Sparflamme, doch dafür erweist sich Spiellenker Lincoln immer häufiger als Vollstrecker. Sein Siegtor in der 81. Minute war bereits sein vierter Bundesliga-Treffer. In Uefa-Cup und DFB-Pokal war er jeweils einmal erfolgreich.

Unter Ex-Trainer Jupp Heynckes war der 25-jährige Brasilianer nur Mitläufer, unter Rangnick ist er die Führungsfigur. Er verteilt die Bälle, gibt das Tempo vor, spielt den "tödlichen Pass" und erzielt in nahezu jedem Spiel ein Tor. "Ich spiele wie der Trainer es will: ein bisschen hinten und schnell nach vorn", erklärte der Ex-Lauterer sein Rezept. "In der Bundesliga gibt es nur wenige Spieler wie ihn, die nach vorn und hinten so stark sind", schwärmte Rangnick. Auch Ailton ist des Lobes voll. "Er ist ein Superspieler mit sehr gutem Auge", schmeichelte ein Brasilianer dem anderen. Manager Rudi Assauer drückte sein Entzücken auf seine Art aus. "Du kleines Arschloch", rief der Zigarrenmann dem Spiellenker zu und herzte ihn.

Beim HSV soll die Niederlage kein Stimmungstief nach sich ziehen. "Wir brauchen uns nicht zu schämen", meinte Torwart Martin Pieckenhagen. Trotz der respektablen Bilanz von sieben Punkten aus vier Spielen sind die Hamburger wieder näher an die Abstiegszone gerückt. "Wir sind auf dem absolut richtigen Weg", behauptete Doll dennoch: "Wir haben alles selbst in der Hand, um bis zur Winterpause nichts mit dem Abstieg zu tun zu haben."

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