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Schalke-Party nach Niederlage gegen Hannover vorbei

Die Partystimmung beim FC Schalke 04 ist schon wieder vorbei, die Zeit des lockeren Eddy Achterberg als Chefcoach nähert sich dem Ende. Mit der 0:1-Niederlage bei Hannover 96 zerstob die vage Hoffnung des „Gute-Laune-Eddy“, mehr als nur eine Übergangslösung zu sein.

dpa HANNOVER. Die Partystimmung beim FC Schalke 04 ist schon wieder vorbei, die Zeit des lockeren Eddy Achterberg als Chefcoach nähert sich dem Ende. Mit der 0:1-Niederlage bei Hannover 96 zerstob die vage Hoffnung des "Gute-Laune-Eddy", mehr als nur eine Übergangslösung zu sein.

Unmissverständlich kündigte Manager Rudi Assauer an: "Wir werden sicher in den nächsten zwei Wochen einen neuen Trainer präsentieren." Während Achterbergs Zeit bald abläuft, hat sich Hannovers Fußball-Lehrer Ewald Lienen mit dem späten Tor von Clint Mathis (83.) und den ersten drei Punkten der neuen Bundesliga- Saison wieder Luft verschafft.

Achterberg war nicht mehr zum Spaßen zumute. "Der Gute-Laune-Eddy hat heute keine gute Laune", gab der Niederländer zu, der nach der Entlassung von Jupp Heynckes flugs befördert worden war. Dank einer furiosen Folge von drei Pflichtspielsiegen und zwölf Toren sowie mit seiner witzigen Art hatte er die Schalker Fans für sich eingenommen. Doch Assauer machte nach der Niederlage klar: "Das ist mit Eddy abgesprochen. Es war von vornherein klar, dass es nicht bis Saisonende geht."

Mit einem weiteren Sieg hätte Assauer Argumentationsprobleme bekommen, aber so konnte der in Gelsenkirchen längst nicht mehr unumstrittene Manager dank der Erfolge der niederländischen Notlösung immerhin sagen: "Wir setzen uns nicht unnütz unter Druck." Achterberg selber gab sich schicksalsergeben: "Irgendwann bekomme ich einen Anruf, dann ist es vorbei."

Zuvor hatte der Chefcoach auf Abruf eine Enttäuschung erlebt, nicht nur von Totalausfall Ebbe Sand. Schalke spielte über weite Strecken so wie in den letzten Tagen unter Jupp Heynckes: Plan- und über weite Strecken schwunglos. Dass sein Team nach den vielen Spielen zu müde gewesen sei, wollte er nicht gelten lassen. "Man kann ja nicht sagen, dass wir keine Luft zum Kämpfen gehabt haben", meinte Achterberg. Und Nationalspieler Gerald Asamoah warf ein: "Hannover hat schließlich am Mittwoch auch noch 120 Minuten gespielt."

Während bei den Gelsenkirchenern wieder der graue Alltag eingekehrt ist, durften die Hannoveraner das Verlassen des letzten Platzes feiern. "Das war wichtig, um gegen Bielefeld nicht noch mehr unter Druck zu stehen", sagte Torwart Robert Enke. Ganz besonders galt das auch für Lienen, der zuletzt in Hannover für seine angeblich destruktive Spielweise kritisiert worden war.

Gegen Schalke spielte er erstmals in dieser Saison mit drei Spitzen und gewann gleich drei Punkte. Ansehnlich und gefährlich war das 96-Spiel aber nur in der Anfangsphase und in wenigen Momenten der zweiten Halbzeit. So etwa beim entscheidenden Treffer des eingewechselten Mathis, der danach wild gestikulierend auf Lienen zulief und auf eine imaginäre Uhr deutete.

"Wir haben drei Punkte geholt und ich habe ein Tor geschossen, alles ist großartig", sagte der Amerikaner und versicherte, dass er keinen Ärger wegen der späten Einwechselung verspürt habe. "Das meine ich ernst." Er habe damit etwas anderes andeuten wollen: "Seit sieben Monaten habe ich nicht mehr ins Tor getroffen, und das ist die längste Zeit meines Lebens."

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