Schalke trennt sich von Neubarth: Kommentar: Assauers Abpfiff

Schalke trennt sich von Neubarth
Kommentar: Assauers Abpfiff

Die Fußballbranche hat ihre eigenen Gesetze. Wenn Profis mit ihrem Trainer nicht mehr können und infolgedessen der Erfolg ausbleibt, bekommt der eigentlich Weisungsbefugte meist schnell seine Entlassungspapiere zugestellt. Wenn es dagegen im normalen Berufsleben zwischen Vorgesetztem und Untergebenem nicht stimmt, ist Letzterer in der Regel derjenige, der sich über kurz oder lang zu verabschieden hat.

In Schalke war es seit Monaten offensichtlich, dass Trainer Frank Neubarth nicht mehr Mannschafts Liebling ist und es vermutlich auch nie war. Genüsslich wurde von verbalen und sonstigen Attacken gegen den Coach berichtet, die der Norddeutsche nach außen hin mit stoischer Ruhe ertrug. Nach dem grantigen und kantigen Huub Stevens haben sie sich in Gelsenkirchen nie an Neubarths Art gewöhnen können. Da halfen auch Rudi Assauers anfängliche Beschwichtigungen nicht.

Für den Manager ist das gescheiterte Experiment mit dem Trainer- Nobody eine ganz persönliche Niederlage. Spätestens seit der Fertigstellung des opulenten Stadiondenkmals traut sich in, um und auf Schalke niemand mehr etwas zu sagen gegen den allseits prätentiösen Pilsliebhaber. Diese unendlichen Freiheiten führten nach Beobachtungen von Insidern freilich auch dazu, dass Assauers Beratungsresistenz in der Liga ihresgleichen sucht.

Atmosphärische Störungen zwischen Trainern und Spielern, so ortete unlängst ein Branchenkenner, gibt es vor allem dann, wenn der Übungsleiter noch ein ganz junger ist oder aber der Opa-Generation angehört. In beiden Fällen mangelt es den verwöhnten Profis an Respekt, in beiden Fällen sind Meinungsverschiedenheiten programmiert.

Neubarth zählt zu den Jungen, die als Coach noch nichts Großes vorzuweisen haben. Deshalb beäugten ihn nicht nur die Spieler skeptisch, sondern irgendwann auch Rudi Assauer. Interne Anpfiffe durch den Alleinherrscher gab es längst, gestern folgte der öffentliche Abpfiff.

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