Schalker Trainersuche wohl beendet
Alles deutet auf Jupp Heynckes

Am Ende einer langen Trainerposse beim Fußball-Bundesligisten FC Schalke 04 steht wohl eine spektakuläre Lösung. Allen Dementis zum Trotz verdichten sich die Anzeichen, dass der zurzeit noch beim spanischen Erstligisten Athletic Bilbao unter Vertrag stehende Jupp Heynckes das Amt des Chefcoaches beim Revierclub antreten und in Kürze einen Kontrakt unterschreiben wird.

HB/dpa GELSENKIRCHEN. Bereits am Freitag vermeldeten verschiedene Online-Dienste und ein privater Radiosender aus dem Ruhrgebiet unter Berufung auf "sichere Quellen", dass sich Schalke-Manager Rudi Assauer und Heynckes über eine Zusammenarbeit zur neuen Saison einig seien.

Wie in den vergangenen Wochen wollte sich der Club an Spekulationen nicht beteiligen. "Das stimmt alles nicht. Ich weiß nicht, woher der Sender das hat. Es ist noch keine Entscheidung gefallen", sagte Vorstandsmitglied Josef Schnusenberg der Kölner Boulevardzeitung "Express". Assauer, der sich nach Informationen einer spanischen Tageszeitung jüngst mit Heynckes in Bilbao getroffen haben soll, reagierte gelassen auf Fragen nach dem Zeitpunkt der Bekanntgabe des neuen Coaches. "Das kann morgen, übermorgen oder zum Trainingsbeginn am 25. Juni. Dann ist er aber da", sagte der Manager.

Assauer betonte auch, dass man nach den Absagen einiger Kandidaten keinen Trainer zweiter Wahl präsentieren werde. "Es ist einer, der von Beginn an ganz oben auf unserer Liste stand", meinte der Schalker Manager. Da Heynckes mit Bilbao noch in der Endphase der spanischen Meisterschaft steht, ist mit einer offiziellen Bestätigung von beiden Seiten erst zu rechnen, wenn der frühere Nationalspieler sein Engagement im Baskenland beendet hat. Dass er den Club nach Vertragsende definitiv verlassen wird, ist bereits bekannt geworden.

Erste Verhandlungen zwischen beiden Parteien vor über einem Monat waren zunächst an den Wünschen Heynckes gescheitert, seinen kompletten Trainerstab aus Spanien mit nach Gelsenkirchen zu bringen. Möglicherweise musste Assauer nach der wochenlangen und erfolglosen Trainersuche diesen Kompromiss nun eingehen. Dafür verpflichtet er in Heynckes einen Meistertrainer mit ausgezeichnetem Ruf.

Der frühere Mönchengladbacher hatte nach seinem letzten Engagement in der Bundesliga bei Eintracht Frankfurt vor über acht Jahren zwar erklärt, dass er in Deutschland nicht mehr arbeiten werde. Doch nun könnte Schalke für "Don Jupp", der mit Real Madrid 1998 die Champions League gewann, nach Borussia Mönchengladbach, Bayern München und Eintracht Frankfurt doch zu seiner vierten Trainerstation in der Bundesliga werden. Ob allerdings Rudi Assauer, der Heynckes schon Mitte der 80er Jahre als Schalke-Coach verpflichten wollte, mit einer solch starken Trainer-Persönlichkeit harmonieren wird, bleibt ebenso spannend wie die Frage, ob der weltmännische Erfolgscoach mit der Mentalität im Revier zurechtkommt.

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