Scharfe Kontrollen
Spanien und Frankreich wollen Tanker verbannen

Spanien und Frankreich werden unsicheren Tankschiffen von sofort an die Benutzung ihrer Gewässer verbieten. Eine Woche nach dem Untergang des Öltankers "Prestige" vor der spanischen Atlantikküste setzten beide Länder am Mittwoch strengere Regelungen für den Seeverkehr in Kraft.

HB/dpa MADRID/LA CORUNA. Danach werden Tankschiffe, die älter als 15 Jahre sind und deren Rumpf keine doppelte Wand aufweist, scharf kontrolliert. Schiffe, die keine ausreichende Sicherheitsgarantie bieten, müssen die Gewässer beider Länder verlassen und einen Abstand von 200 Seemeilen (370 Kilometer) zur Küste einhalten.

Diese Regelungen gelten auch für Frachter mit gefährlichen Gütern an Bord. Dies hatten der spanische Ministerpräsident José María Aznar und der französische Staatspräsident Jacques Chirac am Vortag in Málaga in Südspanien beschlossen. Sie kamen zudem überein, die Frage der Sicherheit von Öltankern auf dem Gipfeltreffen der Europäischen Union in Kopenhagen zur Sprache zu bringen.

Vor der Küste Nordwestspaniens treibt weiterhin ein riesiger Ölteppich von 11 000 Tonnen Öl im Meer, der beim Sinken der "Prestige" in den Atlantik gelangt war. Der Wind schob am Mittwoch die Ölmassen parallel zur Küstenlinie in nördliche Richtung. Nach den Wettervorhersagen sollte der Wind jedoch am Donnerstag auf Nordwest drehen. "Das wäre das schlechteste Szenarium", schrieb die Zeitung "La Voz de Galicia". Der Wind würde dann den Ölteppich, der so groß ist wie die Fläche der Hansestadt Hamburg, auf die galicische Küste zutreiben. Dort waren die Strände gerade erst von einer Ölpest gesäubert worden.

Stürmisches Wetter behinderte den Kampf gegen den riesigen Ölteppich 100 Kilometer vor der Küste. Nach Angaben des spanischen Rundfunks RNE waren die Wellen im Atlantik bis zu vier Meter hoch. Sie machten damit einen Einsatz der Spezialschiffe, die das Öl aufsaugen sollen, praktisch unmöglich. Auch das deutsche Schiff "Neuwerk" musste vorerst im Hafen bleiben.

Der mit 77 000 Tonnen Öl beladene Tanker "Prestige" war vor Nordwestspanien leckgeschlagen und vor einer Woche gesunken. Vor dem Untergang des Schiffes gelangten nach Schätzungen etwa 20 000 Tonnen Öl ins Meer.

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