Scharfe Kritik von den Banken
Streit um stärkere Verbraucherrechte bei Krediten

Trotz scharfer Kritik der Banken unterstützt die Bundesregierung die Absicht von EU-Verbraucherkommissar David Byrne, die Kundenrechte bei Privatkrediten stark auszuweiten.

DÜSSELDORF. Byrnes Richtlinienentwurf, der dem "Handelsblatt" (Mittwochausgabe) vorliegt und im September von der EU-Kommission beschlossen werden soll, sieht unter anderem den Aufbau nationaler Datenbanken über die Kreditwürdigkeit der Kunden, ein vierzehntägiges Rücktrittsrecht für Kunden und die Verschärfung einer ausführlichen Beratungspflicht vor der Kreditvergabe vor.

Zudem sollen Banken künftig eine frühzeitigere Ablösung von Krediten akzeptieren sowie einen effektiven Jahreszins ausweisen müssen. "Wir befürworten eine rasche Verabschiedung der Richtlinie, weil sie die Rechte der Kreditnehmer stärkt", sagte der Parlamentarische Staatssekretär im Verbraucherschutzministerium, Matthias Berninger (Grüne), der in Düsseldorf erscheinenden Wirtschafts- und Finanzzeitung.

Weil künftig auch Bürgen über die Risiken von Kreditbürgschaften informiert werden müssten, sinke die Gefahr einer Verschuldung. Kritik kommt dagegen aus der Union: Wenn man Banken zwinge, dem Kunden den für ihn günstigsten Kredit anzubieten, würden marktwirtschaftliche Mechanismen außer Kraft gesetzt, kritisierte der wettbewerbspolitische Sprecher der Unions-Bundestagsfraktion, Hartmut Schauerte. "Dabei besteht zur Zeit das Problem doch darin, dass sich Banken ohnehin aus dem Kreditgeschäft zurückziehen. Eine weitere Bürokratisierung würde diesen Trend nur noch verstärken", warnte er. Ganz unkritisch sieht aber auch Berninger die EU-Pläne, vor allem den Aufbau nationaler Kreditnehmer-Datenbanken, nicht: "Es darf kein Teufelskreis der Kreditunwürdigkeit entstehen", warnte er. Zudem plädierte er dafür, Mindeststandards festzuschreiben, statt die Kreditvorschriften wie angestrebt europaweit zu harmonisieren.

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