Scharfer Wettbewerb bei tragbaren Minicomputern
US-Hersteller Handspring erwartet eine Besserung erst zum Ende dieses Jahres

Mit dem Palm-Betriebssystem ist Handspring zum zweitgrößten Hersteller von Minicomputern aufgestiegen. Die nächsten Monate könnten hart werden: Palm senkt die Preise.

su NEW YORK. Handtellergroße Minicomputer - so genannte Handhelds - erfreuen sich großer Beliebtheit. Der weltweit zweitgrößte Hersteller, die Handspring Inc., konnte im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2000/2001 den Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mehr als verdreifachen auf 123,8 Mill. $. Analysten hatten laut einer Umfrage des Finanzinformationsdienstes Thomson Financial/First Boston im Schnitt gut 5 Mill. $ weniger erwartet. Der Verlust, den Handspring schreibt, entsprach dagegen den Prognosen: Unter Ausschluss von Sonderposten sank er auf 6,67 Mill. $ oder 6 Cents je Aktie. Der Nettoverlust sank von 61 Cents je Aktie im dritten Quartal 1999/2000 auf 26 Cents in diesem dritten Quartal.

Für das vierte Quartal erwartet Handspring weiterhin einen Umsatz zwischen 130 und 136 Mill. $. Allerdings rechnet Finanzchef Bernard Whitney damit, dass der Wert eher am unteren Ende der Schätzung liegt. Das Unternehmen mit Sitz im kalifornischen Mountain View müsse sich auf größere Umsatzschwankungen vorbereiten; das im September beginnende Quartal werde voraussichtlich schwächer, das darauf folgende dagegen wieder gut. Diese Einschätzung begründete er mit der derzeit schwachen Konjunktur und der schärferen Konkurrenz des Rivalen Palm.

Palm hatte gerade die Lizenz für sein Betriebssystem für Handspring erneuert. Das Unternehmen aus dem kalifornischen Santa Clara beherrscht mit seinem Betriebssystem rund vier Fünftel des Marktes.

Neue Palm-Modelle finden leichter Anschluss

Allerdings hat Palm derzeit mit Problemen zu kämpfen, die Analysten für hausgemacht halten. Das Unternehmen schrieb im dritten Quartal einen Verlust, senkte seine Erwartungen für das vierte Quartal und kündigte Entlassungen an. Palm hat kürzlich zwei neue Modelle vorgestellt, die erstmals erweiterbar sind. Der Palm m500 und der Palm m505 haben einen Steckplatz, in den briefmarkengroße Karten eingeführt werden, die den elektronischen Terminkalender in ein Buch, eine Digitalkamera oder ein Mobiltelefon verwandeln. Handspring hatte eine solche Technologie als erstes angeboten und so dem Branchenführer Palm Marktanteile abnehmen könen.

Palm musst nun jedoch bekannt geben, dass das Unternehmen die neuen Modelle zwar pünktlich einführt, aber zunächst nicht in ausreichender Menge liefern kann. Zudem sind die Lagerbestände an alten Modellen nach Analystenansicht viel zu hoch. Um diese abzubauen, kündigte Palm in der vergangenen Woche Preissenkungen für die Modelle Vx, m100 und IIIc an.

Die Preissenkungen wecken beim Konkurrenten Handspring kaum Bedenken. Unternehmenschefin Donna Dubinski sagte, die Preissenkungen hätten "eine gewisse Unsicherheit geschaffen" für ihre Firma. "Wir erwarten aber, dass wir bei unserer Preisgestaltung bleiben", sagte sie weiter.

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