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Scharon ändert Verlauf von SperranlageDPA-Datum: 2004-07-02 08:33:12

Jerusalem (dpa) - Der israelische Ministerpräsident Ariel Scharon hat am Donnerstag eine Änderung der Streckenführung der umstrittenen Sperranlagen auf einen 30 Kilometer langen Abschnitt angeordnet.

Jerusalem (dpa) - Der israelische Ministerpräsident Ariel Scharon hat am Donnerstag eine Änderung der Streckenführung der umstrittenen Sperranlagen auf einen 30 Kilometer langen Abschnitt angeordnet.

Wie israelische Zeitungen am Freitag berichteten, soll auch der Verlauf anderer Teile der Anlage ebenfalls gemäß dem Urteil des Obersten Gerichtshofs überprüft werden. Scharon habe diese Anweisung bei einem Treffen mit Verantwortlichen des Verteidigungsministeriums am Donnerstagabend gegeben, berichtete die Zeitung «Maariv». Verteidigungsminister Schaul Mofas machte deutlich, bei der neuen Route müssten das Gerichtsurteil und Sicherheitsaspekte gleichermaßen berücksichtigt werden.

Das Gericht hatte eine Verschiebung der Bauwerks zu Gunsten der Palästinenser angeordnet. Die drei Richter hatten am Mittwoch entschieden, die Mauer erschwere das Leben der Palästinenser unverhältnismäßig stark und schränke ihre Bewegungsfreiheit ein. Es müsse nordwestlich von Jerusalem eine andere Route gefunden werden, auch wenn sie weniger Sicherheit für Israel bedeute. Der Spruch gilt als Grundsatzurteil für weitere palästinensische Klagen gegen den Sperrwall.

Das Urteil des Gerichtshofes betrifft einen 30 Kilometer langen Abschnitt nordwestlich von Jerusalem. Rund 40 000 Palästinenser leben in dieser Gegend. Mehrere palästinensische Dörfer waren vor Gericht gezogen, um den Bau der dort geplanten Anlage zu stoppen. Den Einwohnern werde der Weg zu ihren Feldern, Schulen und Arbeitsstellen versperrt, argumentierten sie. Israels Verteidigungsministerium teilte mit, es werde das Urteil umsetzen.

Scharons Regierung hatte den Bau vor zwei Jahren beschlossen, um Selbstmordattentätern den Weg nach Israel zu versperren. Die Sperranlage war international auf Kritik gestoßen. Der bislang zu einem Drittel gebaute Sperrwall trennt Israel vom Westjordanland, reicht aber weit in palästinensisches Gebiet. Er besteht größtenteils aus einem Grenzzaun, in bewohnten Gebieten aus einer neun Meter hohen Betonmauer.

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