Scharon Einstellung des Aufstandes
Arafat bekräftigt Waffenstillstandsanordnung vom Juni

Ministerpräsident Ariel Scharon forderte am Montag in der "Jerusalem Post", einen Tag nach seinem Appell an Palästinenser-Präsident Jassir Arafat, endlich die Einstellung des Aufstandes in den besetzten Gebieten Westjordanland und Gaza-Streifen zu befehlen.

Reuters JERUSALEM. Arafat erklärte am Montag, er fühle sich nach wie vor seiner Waffenstillstandsanordnung vom Juni verpflichtet. Er warf aber Israel vor, auf Eskalation der Gewalt aus zu sein. Eine internationale Allianz gegen den Terrorismus soll eine der Konsequenzen aus den Anschlägen vor einer Woche in New York und Washington sein.

Scharon sagte in dem Interview: "Die arabischen Staaten werden nun gewiss versuchen, diese Gelegenheit zu nutzen, um Israel unter Druck zu setzen und zu sagen, es störe sie, dass Israel den Palästinensern keine Zugeständnisse mache." Doch: "Unsere klare, eindeutige Antworte lautet, dass dies nicht auf unsere Kosten geschehen wird." Im Rundfunk ergänzte er, die USA übten keinen Kompromiss-Druck auf Israel aus, um auf diese Weise den Aufstand für einen Palästinenser-Staat zu beenden.

Scharon: Nach zwei Tagen strikter Feuerpause könnten Verhandlungen beginnen

Am Sonntag hatte Scharon Arafat angeboten, als Gegenleistung für die Einstellung der Gewalt werde Israel keine Vorstöße mehr in die palästinensisch verwalteten Teile der besetzten Gebiete unternehmen. Nach zwei Tagen strikter Feuerpause könnten dann Verhandlungen über die Absicherung des Waffenstillstandes beginnen, die die USA im Juni vermittelt hatten.

Arafats Antwort hatte gelautet, die Palästinenser fühlten sich der Waffenruhe verpflichtet. Am Montag, zum jüdischen Neujahrsfest Rosch Haschana, schrieb Arafat in einem Offenen Brief an die Israelis, er habe strikte Anweisung gegeben, damit dies so bleibe. Er fügte hinzu: "Ich hoffe, die israelische Regierung wird auf diesen Friedensappell reagieren und die Feuereinstellung befehlen und ihre auf Eskalation gerichteten Militärmaßnahmen gegen unser Volk stoppen."

Weitere Gefechte am Montag

Am Montag starb bei Feuergefechten im Gaza-Streifen ein Palästinenser, drei Soldaten erlitten Verletzungen; im Westjordanland wurden bei einem anderen Feuergefecht elf Palästinenser und ein Soldat verwundet. Für die Jahreswende am Montag und Dienstag gelten in Israel besondere Sicherheitsvorkehrungen. Am Sonntag hatten die israelischen Sicherheitskräfte nach eigenen Angaben bei Ramallah im Westjordanland eine Gruppe Bombenleger abgefangen.

Israel will an der Grenze zum Westjordanland eine 30 Kilometer lange Sicherheitszone einrichten, um Selbstmordattentätern mit ihren Bomben den Weg nach Israel zu versperren. Die Zone, die nur von den bisherigen Bewohnern betreten werden darf, sei der Einstieg in einen "ungebremsten Überfall" auf die Gebiete unter der Verwaltung der Autonomie-Regierung Arafats, hat dazu ein Mitglied seines Kabinettes gesagt

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