Scharon fordert USA zur Isolierung Arafats auf
Arafat kündigt Koalition mit Extremisten an

Im Kampf gegen Israel will Palästinenserpräsident Jassir Arafat ein Bündnis mit den radikalen Palästinenserorganisationen schmieden. "Wir heißen alle willkommen, die sich an unserer Regierung beteiligen wollen", sagte Arafat am Dienstagabend in Amman.

afp/dpa JERUSALEM/ANKARA. Nach Angaben seines Informationsministers Jassir Abed Rabbo will der Palästinenserpräsident sich bereits in den kommenden Tagen mit den Anführern der radikal-islamischen Bewegung Hamas und der Organisation Islamischer Dschihad treffen. Israels Ministerpräsident Ariel Scharon rief die USA nach Rundfunkberichten vom Mittwoch auf, Arafat zu isolieren. Dies sei das beste Mittel, um Gewalt und Terror zu beenden, sagte er in einem Telefonat mit US-Außenminister Colin Powell. In der Nacht zum Mittwoch führte die israelische Armee Vergeltungsangriffe auf palästinensische Ziele im Westjordanland. Im Jordantal kam ein Palästinenser bei einem Selbstmordanschlag ums Leben.

Arafat sprach sich bei einem Besuch in der jordanischen Hauptstadt Amman für die Bildung einer "Regierung der nationalen Einheit" unter Beteiligung der Hamas und des Islamischen Dschihad aus. Die beiden Organisationen, die sich in der Vergangenheit zu zahlreichen tödlichen Anschlägen bekannt hatten, lehnen jede Einigung mit Israel ab und fordern die Zerschlagung des israelischen Staats. Ein Hamas-Sprecher bezeichnete den Vorschlag Arafats als "positiv". Der Anführer des Islamischen Dschihad, Mohammad el Hindi, rief zu "höchsten Anstrengungen" auf, um das palästinensische Volk "für die Fortsetzung der Intifada und die Verstärkung des Kampfes zu einen".

Scharon verteidigt Tötung mutmaßlicher Terroristen

In einem Telefongespräch mit Powell verteidigte Scharon erneut die Tötung von mutmaßlichen palästinensischen "Terroristen". "Es ist nicht so, dass es uns gefällt, aber wir haben keine Wahl", sagte Scharon laut dem israelischen Rundfunk. Nach einer Umfrage der Tageszeitung "Haaretz" befürworten 70 Prozent der Israelis die Politik der gezielten Ermordung von führenden Palästinensern und mutmaßlichen Attentätern. Die internationale Gemeinschaft verurteilte das Vorgehen der israelischen Armee wiederholt scharf.

Ein Besuch Scharons in der Türkei wurde am Mittwoch von Protesten begleitet. Die Polizei nahm rund 40 Demonstranten fest, wie die Nachrichtenagentur Anadolu meldete. Der türkische Ministerpräsident Bülent Ecevit betonte nach einem Treffen mit Scharon in Ankara, die israelische Forderung nach "absoluter Sicherheit" vor der Wiederaufnahme von Friedensgesprächen sei unrealistisch. Ecevit forderte Scharon auf, die Friedensbemühungen parallel zum Kampf gegen den Terrorismus wiederzubeleben. Dagegen betonte Scharon erneut den israelischen Standpunkt, wonach Gespräche erst nach einem völligen Ende der Gewalt möglich seien.

Nach Angaben eines Armeesprechers beschossen Kampfhubschrauber in der Nacht zum Mittwoch mehrere Gebäude der palästinensischen Polizei in der Stadt Salfit mit Raketen. Mit dem Einsatz sollte Vergeltung für den Tod eines jüdischen Siedlers und Schüsse auf ein israelisches Auto geübt werden. In Jericho wurde eine Straßensperre der Palästinenserpolizei mit Panzerabwehrraketen angegriffen. Palästinensischen Angaben zufolge wurde dabei niemand verletzt. Ein palästinensischer Selbstmordattentäter brachte nach Angaben des israelischen Militärs am Mittwochmorgen seinen Wagen nahe eines Kontrollpostens der Armee zur Explosion. Dabei wurde ein Soldat leicht verletzt, der Palästinenser kam ums Leben.

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