Scharon in USA
Israel greift Ziele in Nabuls an

Israelische Kampfflugzeuge haben in der Nacht in Nablus im Westjordanland das Hauptquartier der Palästinenser-Behörde angegriffen. Als Vergeltung für einen Überfall bewaffneter Palästinenser auf die jüdische Siedlung Hamra im Jordantal seien zwei Raketen abgefeuert worden, teilte die Armee mit.

Reuters JERUSALEM. Nach palästinensischen Angaben wurden dabei elf Menschen, meist Polizisten, verletzt. Bei dem Überfall in Hamra waren am Mittwoch vier Israelis und ein Angreifer getötet worden. Der israelische Ministerpräsident Ariel Scharon traf zu Gesprächen mit US-Präsident George W. Bush in Washington ein.

Scharons Sprecher Arnon Perlman sagte während des Fluges nach Washington, die Palästinenser-Regierung von Präsident Jassir Arafat sei für den Überfall in Hamra verantwortlich. Perlman kündigte eine rasche Reaktion Israels an. Raanan Gissin, ein weiterer Sprecher Scharons, sagte, es werde eine sofortige Reaktion geben. Scharon war auf seinem Flug von militärischen Mitarbeitern in Israel über den Vorfall informiert worden.

Unter den vier Toten in Hamra waren nach Berichten israelischer Rundfunksender eine Frau und ihre Tochter, die als Geiseln festgehalten worden waren. Ein Elitekommando der israelischen Armee stürmte das Haus und tötete einen bewaffneten Palästinenser. Soldaten suchten die Häuser in der Umgebung nach weiteren Angreifern ab. Die Armee untersuchte den Vorfall und bestätigte, dass einige Israelis getötet und verletzt wurden.

Zu dem Überfall bekannten sich die El-Aksa-Brigaden, eine mit Arafats Fatah-Organisation verbundene Gruppe, in einem Fax an die Nachrichtenagentur Reuters.

Scharon will bei seinen Gesprächen in den USA nach Angaben eines Sprechers die US-Regierung dazu bewegen, Arafat als Verhandlungspartner im Nahost-Friedensdialog fallen zu lassen. Ein weiteres Thema dürfte das gespannte Verhältnis Israels zu Iran und Irak sein, die Bush zusammen mit Nordkorea als "Achse des Bösen" bezeichnet hat. Arafat sei aus israelischer Sicht heute bedeutungslos geworden, sagte Scharons Sprecher Avi Pasner am Mittwoch in Jerusalem. "Seine einzige Bedeutung liegt in seiner Entscheidung für ein weiteres Voranschreiten auf dem Weg des Terrors." Es müssten andere als Gesprächspartner für den Friedensdialog gefunden werden. Scharon habe daher Gespräche mit Palästinenser-Führern wie Abu Ala und Abu Masen begonnen.

Scharon besucht zum vierten Mal seit seinem Amtsantritt vor einem Jahr die USA. US-Präsident Bush hat Arafat bislang nicht empfangen. Zudem hat die US-Regierung Arafat aufgefordert, stärker gegen radikale Palästinenser vorzugehen. Der US-Nahost-Vermittler William Burns hatte allerdings erklärt, Arafat sei der gewählte Vertreter der Palästinenser und deshalb wichtig als Dialog-Partner.

In dem seit September 2000 anhaltenden Aufstand der Palästinenser gegen die israelische Besatzung sind mehr als 1000 Menschen ums Leben gekommen, die meisten waren Palästinenser.

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